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Heinrich Heine
Entstehung
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243
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Beziehung zu Ariost

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die Satire des Horaz bewegt sich stets in Niedern Regionen, siesteigt nicht zu den tragischen Höhen Heines empor. Bölsche hatdagegen in verständnisvoller Weise ans die Ähnlichkeit der Dichtungmit einem Canto des Byronschen „Don Juan" hingewiesen. Inbeiden Fällen besteht die gleiche scheinbare Lässigkeit, die in Wirk-lichkeit genauste Berechnung ist, in beiden der gleiche geniale Künstler-übermut, der, weil er dem Wesen eines Künstlers entstammt, nieformlos wirken kann und das Recht hat, ebensogut von sich wievon der Welt zu reden. Aber gerade als Künstler steht Heine überdem deklamaterischen Byron, er tritt wenigstens im „Buch Le Grand",dem Manne ebenbürtig zur Seite, der vielleich das Vorbild beider,sicher das Byrons gewesen ist, Ludovico Ariost.

Wir haben den Namen des italienischen Dichters schon mehrfachin Verbindung mit Heine genannt, sie gleichen sich vielfach in ihremCharakter, stark in ihrer Begabung, wenn auch der moderne Dichterdie Höhe des älteren nur gelegentlich in seinen besten Werkenerreicht, in „Atta Troll" und in dem „Buch Le Grand". Hier findenwir die gleiche Mischung von Liebesleid und -lust, von Ernst undScherz, von Laune und Humor, von Ausgelassenheit, Mutwilleund versteckter Bosheit, die durch die reinste Kunstform getragenwird, wie im „Rasenden Roland". Das „Buch Le Grand" liest sichwie ein Gesang aus diesem komisch-ernsten Heldenlied. Es machtkeinen Unterschied, daß das eine in Prosa, das andre in Versen ge-schrieben ist, denn die Prosa des Deutschen ist so gut Form wie dieOktave des Italieners. Auf den Heine, aber auch nur auf den Heinedieses Werkes dürfen wir die schönen Worte beziehen, die GoetheAriost gewidmet hat:

So hüllt er alles, was den Menschen nurehrwürdig, liebenswürdig machen kann,ins blühende Gewand der Fabel ein.

Die Schalkhcit lauscht im Grünen halb versteckt,die Weisheit läßt von einer goldnen Wolkevon Zeit zu Zeit erhabne Sprüche tönen,indes auf wohlgestimmter Laute wild

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