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Heinrich Heine
Entstehung
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Nordsee II

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geplant hatte, wurde nichts. Der Dichter kehrte im September nachLüneburg zu seinen Eltern zurück. Man darf daraus schließen,daß er sich keine Hoffnung mehr auf Theresens Hand machte, zummindesten daß er sich von seiner persönlichen Anwesenheit in Ham-burg keine Förderung seiner Werbukig mehr versprach. Zugleichtauchten die Pläne wieder auf, Deutschland zu verlassen und nachParis überzusiedeln. Es war, wie er schon aus Norderney schrieb,nicht Wanderlust, sondern seine persönlichen Verhältnisse, besondersder nie abzuwaschende Jude", die ihn drängten, dem VaterlandValet zu sagen. In Lüneburg nahmen diese Pläne greifbare Gestaltan. Er wollte in Paris die Bibliothek benutzen, Menschen undWelt sehen und Materialien zu einem Buch sammeln, daseuro-päisch" werden sollte, also offenbar zu einem politischen Buch, durchdas er den Platz zu erobern hoffte, der seit Byrons Tode leerwar, eines Führers des europäischen Liberalismus. Varnhagenbestärkte ihn in der Absicht. Er und Moser waren die einzigen,die Heine in seine Pläne einweihte, während er vor seinen sonstigenFreunden und seiner Familie an dem Gedanken festhielt, nach Berlinüberzusiedeln und dort Vorlesungen zu halten.

Unterdessen arbeitete er fleißig an dem zweiten Band derReisebilder". Im Gegensatz zu seiner sonstigen Unsicherheit knüpfteer an dieses Buch die höchsten Erwartungen. Es sollte etwasGewaltiges und Pompöses werden, ein außerordentliches Werk, dasdie ungeheuerste Sensation erregte, aber nicht durch die Aufrührungeines kleinen Privatskandals, sondern durch die großen Weltinteressen,die es aussprach. Dem Verleger Campe wagte er den Inhalt kaummitzuteilen, er wußte, daß er ihm zwar viel Freude, aber ebensovielAngst machen würde. In jedem Brief aus Lüneburg steigerte erdie Spannung der Freunde. Sie dürfen die kühnsten Erwartungenhegen von dieseminteressantesten und wunderbarsten Buch, dasin dieser Zeit erscheinen mag". Heine bereitete sie darauf vor, daßer sich über die herrschendeMisere" aussprechen und rücksichtslosdie Geißel schwingen würde, auf die Gefahr hin, es mit den öffentlichenAnführern für immer zu verderben. Der Dichter wollte politisch