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VIII Die ersten Reisebilder
lassen. Er feilte unermüdlich, aber gerade diese Kleinarbeit brachtees mit sich, daß er selber zuweilen an seinem Werke irre wurde.So bezeichnete er die „Harzreise" bald als das Hübscheste, das erbisher gemacht habe, bald als ein „zusammengewürfeltes Lappen-werk", das er nur aus „pekuniären und ähnlichen Gründen" verfaßthabe. Der Zeitschriftenabdruck konnte ihm auch keine bessere Meinungvon seinem Werkchen beibringen, er ging ziemlich unbeachtet vorüber,und erst in Buchform errang die kleine Schrift den ungeheurenErfolg und machte ihren Verfasser mit einem Schlage zum belieb-testen Prosaisten seiner Zeit. Nicht die Lyrik der „Heimkehr" undder „Nordsee", sondern die Prosa der „Harzreise" bildete die großeAnziehungskraft der „Reisebilder" und sicherte diesem ersten Bandeine für die damalige Zeit unerhörte Verbreitung, die auch dembald folgenden zweiten treu blieb. Wenn der geschäftstüchtige Campein den ersten fünf Wochen in Hamburg allein fünfhundert Exemplareverkaufen konnte, so fand er die Hoffnungen, die er auf seinen neuenAutor gesetzt hatte, sicher mehr als bestätigt.
Wer heute die kleine Schrift liest, der wird noch über manchengeistreichen Witz und manchen kecken Einfall lachen, er wird sichan den Landschaftsschilderungen und an dem frischen Humor erfreuen!doch das, was ihm das Büchlein besonders wert macht, ist dieromantische Stimmung. Wir betrachten die „Harzreise" nebenEichendorffs „Taugenichts" als die gefälligste Blüte am Baum derdeutschen Romantik. Beide Werke sind im gleichen Jahre erschienen,es ist also ausgeschlossen, daß eines durch das andere beeinflußtwurde. Ihre enge Verwandtschaft erklärt sich aus der Auffassungder Zeit, aus der beide erwachsen sind. Die Menschen der„Harzreise" wie des „Taugenichts" zerfallen in Philister undNaturkinder. Die Philister sind kluge Leute, sie verstehen zu rechneuund das Ihrige zusammenzuhalten, sie betrachten die Welt vomStandpunkt der Nützlichkeit und die ganze Schöpfung mit Sonne,Mond und Sternen schätzen sie nach ihrer praktischen Brauchbarkeitab; sie bringen es weit in der Welt, zu den besten Plätzen, aberwas hilft ihnen das alles? Die Freude am Dasein, die Lust an