Heimkehr
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Du hast noch mehr gesteigertmir meinen Liebesverdruß,und hast mir sogar verweigertam Ende den Abschiedskuß,
Glaub nicht, daß ich mich erschieße,wie schlimm auch die Sachen stehn!
Das alles, meine Süße,ist mir schon einmal geschehn.
Das ist ein Muster der berühmten oder berüchtigten „HeineschenManier", die im „Intermezzo" gelegentlich anklang, aber erst inder „Heimkehr" zum vollen Ausdruck kommt. Sie hat die zahl-losen Nachahmungen, aber von Anfang an auch schon bewußteParodien hervorgerufen. Es gehört für einen reimgewandtenMenschen nicht viel dazu, irgendein Erlebnis, wie es ja zum SchlußHinz und Kunz auch haben, in Verse zu bringen, mit etwas Ge-fühlszauber zu umgeben, um dann am Schluß zu erklären, daßdas Gefühl nur fauler Zauber war. Solche Attrappen können sehrwitzig sein und sehr überraschend wirken, aber Poesie sind sie nicht.
Die Lyrik ging ihrer unvermeidlichen Auflösung entgegen. Heinefühlte das, und unmittelbar nach der „Heimkehr" schrieb er anWilhelm Müller: „Mit mir steht es schlecht und hat es als Lieder-dichter wohl ein Ende. . . . Die Prosa nimmt mich auf in ihreweiten Arme." Das war nicht nur sein Schicksal, sondern das derromantischen Kunst, die nur noch einmal dank seinem großartigenGenius, aber auch dank seiner geschickten Mache eine kaum zu er-hoffende Neubeseelung erfuhr. Der Realismus dringt in die Poesieein, und auf dem Boden des Realismus eine Lyrik zu schaffen,das ist die bedeutsamste literarische Tat Heines.
Die „Heimkehr" zeigt diesen neuen Stil. Der Dichter geht völligobjektiv zu Werke, er sieht eine bestimmte Situation und schildertsie, ohne ein Werturteil zu fällen oder seine eigene Beziehung zuder Situation zu erwähnen. Wie ein niederländischer Kleinmalerfügt er Zug an Zug, Linie an Linie, bis das Gesamtbild aus denEinzelheiten entsteht, ein Gesamtbild voll der reinsten poetischenStimmung. Das dritte Heimkehrgedicht zeigt den Anfang dieser