Heimkehr
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„Ach! Das ist ein ewig Gattern,aus den Schalen kriechen Küchlein,und sie piepsen und sie flattern,und du sperrst sie in ein Büchlein."
Und er antwortet, indem er um Geduld bittet und künftiggrößere Abwechselung verheißt (43) oder darauf hinweist, daß seine„göttlichen" Gedichte so schön feien, daß begeisterte Jünglinge siein feinster Damengesellschaft deklamieren (65). Er wendet ein, daßWelt und Leben selber fragmentarisch seien (Nr. 58) und daß derverehrte Leser ihn nicht richtig verstanden habe, höchstens wenner sich mit dem Autor im Kot zusammenfand (Nr. 78). Er hältden Leuten vor, daß ihre Gemütsverfassung weder im Julinoch im Januar zur Aufnahme seiner Lyrik geeignet sei. Es warein durchaus begründetes künstlerisches Gefühl, das Heine zu diesendirekten Ansprachen an das Publikum veranlaßte. Selbstverständlichreißen sie aus der Stimmung heraus. Ein Dichter darf dasselbeThema eben nicht zum dritten Male behandeln und keinen drittenZyklus von unglücklicher Liebe schreiben, wenn er ihn nicht ernstnehmen kann. Heine schrieb ihn, aber nahm ihn nicht ernst. Erspottete seiner selbst, bis er selbst nicht mehr wußte, ob er eineTragödie oder Komödie dem Publikum vorspielte.
Wer zum ersten Male liebt,sei's auch glücklos, ist ein Gott;aber wer zum zweiten Maleglücklos liebt, der ist ein Narr.
Er selbst ist dieser Narr, der unter dem Gelachter von „Sonne,Mond und Sternen" liebt und stirbt, der mit dem Tod in derBrust den sterbenden Fechter aufführt und der sich selber verhöhnt,weil er wie der König Wiswamitra in der indischen Dichtungaus Liebe zu einer Kuh die schwersten Prüfungen auf sich nimmt.
Diese Zweiteilung der Persöhulichkeit, dieses Spiel mit demGegensatz zwischen Subjekt und Objekt ist eine Errungenschaft derRomantik, ein Motiv von Tieck, Brentano und Hoffmann, aberder Gebrauch, den Heine davon macht, indem er die Vernunftgegen das Gefühl ausspielt, führt zur Vernichtung der Romantik,