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VIII Die ersten Reisebilder
mutlich gaben nicht sachliche Gründe, sondern seine Liebe zu Thereseden Ausschlag. Daß er sich damals und in den nächsten Jahrendie größten Hoffnungen auf die Hand seiner jungen Cousine machte,hat Elster nachgewiesen, aber es geht zu weit, wenn er aus einzelnenAndentungen den ganzen Roman mit allen seinen Einzelheiten undSchwankungen zu rekonstruieren versucht. Wenn beispielsweise Heinein dieser Zeit an den Freund Sethe schreibt, daß er Advokatwerden, heiraten und viel schreiben wolle, so bezeichnen diese Worteganz allgemein seinen Eintritt in das Philisterium, lassen abernicht die Deutung zu, daß seine Verbindung mit Therese un-mittelbar bevorstand. Auch wenn er Moser mitteilt, daß er allenErnstes an Selbstmord gedacht habe, so beweist es, daß er sichin Hamburg sehr unglücklich fühlte, ohne daß sich sagen läßt, obund inwieweit seine Liebe die Ursache war. Es ist auch möglich,nach der ganzen Sachlage sogar wahrscheinlich, aber doch unbeweisbar,daß er zuerst daran dachte, die Braut mit Zustimmung des Vaters,später sogar gegen dessen Willen zu gewinnen; aber manche seinerHandlungen stehen in direktem Widerspruch zu dieser Annahme,z. B. der Verzicht auf die Advokatur, die er Moser schon imDezember, also wenige Wochen nach seiner Ankunft in Hamburgmelden konnte. Er mußte sich doch sagen, daß er durch diesenSchritt, für den er selbst sachliche Gründe nicht anzugeben vermag,ein gutes Teil seiner Heiratsaussichten begrub, denn daß SalomonHeine seine Tochter nur einem Mann in Amt und Stellung gebenwürde, war ihm bei aller Liebe nach den früheren Erfahrungen klar.
Inwieweit die Liebe zu Therese Heines Stimmung währendseines zweiten Hamburger Aufenthaltes beeinflußt hat, entzieht sichunserer Kenntnis. Die Stimmung selbst war denkbar mißmutig undniedergeschlagen, so daß er sich, wie er dem Freunde berichtete,sogar mit Selbstmordgedanken quälte. Sie sind nach Nietzsche derTrost des Melancholikers und helfen ihm über manche schlafloseNacht hinweg. So mag es auch bei Heine gewesen sein. Er fühltesich sehr unglücklich, aber ans der größten Niedergeschlagenheit blitztoft plötzlich die grellste Lustigkeit und Lebensfreude hervor. Er