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Heinrich Heine
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Das Judentum

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seiner Selbstschilderung weiter, seine Vernunft schätze die Genüssedes Lebens und wolle ihr Teil von ihnen haben, und nunistin mir der große Kampf zwischen meiner klaren Vernüuftigkeit,die den Lebensgenuß billigt und alle aufopfernde Begeisterungals etwas Törichtes ablehnt, und zwischen meiner schwärmerischenNeigung." Heine wollte nicht darben und nicht entsagen. Er hat,ohne daß es ihm zum Bewußtsein kani, stets nur Ideen ver-treten, die seine Ansprüche auf Lebensgenuß garantierten. Eswar ein seltsamer Irrtum und eine unglückselige Fügung, daßer sich selbst zum Opfer stempelte, und noch dazu zum Opfer desJudentums, das ihm im Grunde nichts sagte. Er geriet dadurchin einen Zwiespalt mit sich selber, den er nur allmählich zurück-drängte, aber niemals völlig überwand. Er erweckte eine Spannungin seiner Brust, einen dumpfen Groll sowohl gegen seine eigneNarrheit, gegen die Berliner Genossen wie gegen die Juden, diesein Martyrium nicht verdienten, ja nicht einmal haben wollten.Heine ist bei Lebzeiten von silbischer Seite ebensosehr angegriffenworden wie von christlicher, und gerade damals war die HamburgerTempelgemeinde über ihn empört und suchte ihn nach seinen An-gaben in jeder Weise zu diskreditieren. Es war Zeit, daß der Dichterin eine andre Umgebung kam, sonst wäre er rettungslos in diesenelenden Jndengeschichten untergegangen. Schwer genug hat er unterihnen in Lüneburg gelitten.

Es ist begreiflich, daß seine Arbeiten unter diesen Umständenkeine großen Fortschritte machten, zumal da seine Gesundheit nochimmer schlecht war und seine Kopfschmerzen sich in dem ruhigerenLeben der Kleinstadt nur allmählich besserten. Vergebens ließ ersich alle möglichen Materialien ans Berlin senden, derRabbi von! Bacharach" kam nicht weiter und auch mit den Pandekten beschäf-tigte er sich ohne Freude und ohne Erfolg. Er hatte mit dem juri-stischen Studium noch nie Ernst gemacht, und so mag ihm damalsdie Einpaukerei ohne jede Vorkenntnisse und ohne fremde Beihilfeschwer geworden sein; aber alle seine Äußerungen, daß Papinianund Ulpian ihm unverständlich seien, sind niehr oder weniger be-

Wolss, Heine 11