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VII. Abschluß des Studiums
tungen zu schicken oder trieb sie au, diese an geeigneter Stelle zubesprechen, ja er trat selbst mit den Redaktionen in Verbindung,um ihren Anzeigen die Aufnahme zu sichern. Er gebrauchte allejournalistischen Künste, um sich in Szene zu setzen. Er war eitel,aber er mußte auch aus praktischen Gründen so verfahren. Erhatte nun bald drei Jahre studiert, aber von dem Abschluß seinerStudien war er weit entfernt. In der Familie hielt man ihnfür einen verlornen Sohn, und da mußte ihm daran liegen, denverständnislosen Leuten, besonders aber dem reichen Oheim, vondessen Gnade er abhing, zu beweisen, daß er seine Zeit nicht un-nütz vertrödelt hatte, sondern daß er etwas geworden war, wennauch kein Jurist, so doch ein Dichter, von dem man in ganz Deutsch-land sprach. Das Bedürfnis, Aufsehen zu erregen, hat unheilvollauf Heines Schaffen eingewirkt. Manches Gedicht hätte er vielleichtunterdrückt, vielleicht auch die christenfeindliche Tendenz des „Al-mansor" weniger zugespitzt, ohne das Streben, um jeden Preis dieAufmerksamkeit des Publikums zu erringen. Darum war ihm derDurchfall seines Dramas doppelt unangenehm. Braunschweiger Meß-juden verbreiteten, wie er schrieb, die Nachricht durch ganz Israel.Gab der Mißerfolg den boshaften Stimmen in der Familie nichtrecht, daß aus dem „dummen Jungen" niemals etwas werdenwürde? Eine Entschädigung bildete eine glänzende Besprechung derTragödien und der Gedichte in der „Hamburger Zeitung". Hierkonnten es die „Sippen und Magen" schwarz auf weiß früh-morgens am Kaffeetisch lesen, daß sie die Ehre hatten, einen dergrößten lebenden Dichter zu den Ihren zu zählen. Aber wenn sieihm auch zu dieser Besprechung gratulierten, wie sie ihm nach seinereigenen Mitteilung zu dem Braunschweiger Durchfall kondolierten,so machte doch dieser Hamburger Artikel keinen nachhaltigen Ein-druck, und alle Oppenheim, Friedländer, Embden und Konsortenguckten von der stolzen Höhe ihrer Kontorböcke den dichtenden Ver-wandten über die Achseln an. Daß ihn diese Geringschätzung er-bitterte, ist begreiflich. Aber er war von dieser Gesellschaft ab-hängig, und nur in Briefen an vertraute Freunde durfte er