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V. Erste Dichtungen
besseren Gedichteil herrscht eine stille Melancholie, ein Aufgehen inder Natur, die den Schmerz des Liebenden mitfühlt, ihm Trostspendet und den Lebensmüden aufnimmt. Der Zyklus schließt mitdem Eindruck, daß der Unglückliche Selbstmord begeht, aber selbstdieser Selbstmord ist keine selbstzerstörerische Tat, keine grelle Dis-sonanz, sondern die Natur selbst lädt dazu ein.
Am Kreuzweg wird begraben,wer selber sich brachte um;dort wächst eine blaue Blume,die Armesünderblum'!
Am Kreuzweg stand ich und seufzte;die Nacht war kalt und stumm.
Im Mondschein bewegte sich langsamdie Armesünderblum'!
Die Blume ist ihm Symbol des Lebens wie des Todes. Auch derHohn des Dichters tritt milder auf und nähert sich dem Humor.Statt zu schimpfen, spottet er über sich selber, daß er so dumm sei,sich zu verlieben, er lacht über das Leben, das einem kindischenVersteckspiel gleicht, bei dem keiner den andern finden kann. Bittererklingt es schon, wenn er der spröden Geliebten Vergeltung für die„erwiesene Güte" wünscht, und ein kleines scharfsatirisches Kabinett-stück ist die Szene ani Teetisch, wo alle ihre Ansicht über die Liebeauskramen und nur die ihre fehlt:
Der Domherr öffnet den Mund weit:
Die Liebe sei nicht zu roh,sie schadet sonst der Gesundheit.
Das Fräulein lispelt: Wieso?
Die Gräfin spricht wehmütig:
Die Liebe ist eine Passion!
Und präsentieret gütigdie Tasse dem Herren Baron.
Am Tische war noch ein Plätzchen,mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,von deiner Liebe erzählt.
Wir brauchen ihre Meinung nicht zu erfahren, der „höflichste Knicks",