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III. Auf der Universität
geborene Kunstwerk bedeutete eine Schädigung der Idee. Sobaldsie Form annahm, büßte sie einen Teil ihrer Göttlichkeit ein undsie wurde um so irdischer, je klarer sie sich aussprach, je mehr siesich der objektiven Bestimmtheit und Gesetzmäßigkeit unterwarf.Jeder Zwang erschien in der Kunst unleidlich. Man verlangte fürden Künstler das größte Maß von Freiheit, er hatte das Recht,sich jeder Laune und jeder Eingebung des Augenblicks zu über-lassen, denn sie sind Ausstrahlungen der göttlichen Idee. DerWillkür des Künstlers ist alles erlaubt, er steht über dem Gesetzso hoch wie das Gefühl über der Vernunft steht, diesem höchstenPrinzip der Aufklärung. Der Rationalismus ist allen Romantikernein Gegenstand des Greuels und des schärfsten Spottes, und da-durch wurden sie zu Feinden der französischen Revolution, denn jedeRevolution ist ein Versuch, die Welt gewaltsam nach den Grund-sätzen der Vernunft zu erneuern. Die Romantiker sind politischkonservativ, soweit überhaupt ein Künstler, und zumal ein deutscher,politische Interessen haben kann, auf sozialem Gebiete dagegen sindsie revolutionär und erkennen für den Künstler und das ihm eben-bürtige Weib überhaupt keine Schranke an. Beide haben das Recht,nur ihrem Gefühl zu folgen und sich über die von der Vernunftdiktierte Zwangsehe hinwegzusetzen. Die ungeheure Freiheit derRomantiker läuft zum Schluß auf eine Entfesselung der Sinnlichkeitund Zügellosigkeit des Geschlechtstriebes hinaus.
Das Ideal der Romantiker lag in der Vergangenheit, in derZeit, bevor sich die Vernunft die Herrschaft in der Welt anmaßte.Diese glückliche Zeit war ihnen das Mittelalter. Hatte der Neu-hellenismus Griechenland in einem verklärten Lichte gesehen, soidealisierte die Romantik das Mittelalter. Es war die Zeit, da dieMenschen noch fromm, treu und bieder waren, da die Herzen nochglaubten und die Hände sich in stiller Einfalt falteten; man be-geisterte sich für die Herrlichkeit der sporenklirrenden Ritter, derminniglichen blonden Jungfrauen, und der treuen Knappen, die inLiebe zu dem tapferen Herrn und der schönsten Herrin vergingen.So verzerrt dieses Bild der alten Zeit sein mochte, so war doch