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Heinrich Heine
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III. Auf der Universität

Savigny und Hugo zu verzeichnen, die Altertumskunde nannte Wolfs,Boeckh und Hermann ihr eigen, die Geschichte Niebuhr und Dahl-mann, die Theologie Schleiermacher, die als Wissenschaft neu be-gründete Erdkunde Alexander von Humboldt und Karl Ritter, dieLiteraturgeschichte Schlegel, Francillon, Uhland. Viele von diesenMännern waren im Sinne der heutigen Wissenschaft überhaupt keineFachleute. Sie wirkten weniger durch das Maß ihres Wissens alsdurch die Weite ihrer Gesamtbildung, die Freiheit ihrer Auffassung unddie anregende Kühnheit ihrer Gedanken. Das klägliche Spezialisten-tum von heute hatte noch keine Stätte auf den Universitäten; diedamaligen Gelehrten waren durch ihre Allgemeinbildung in derLage, aus dem Vollem zu schöpfen. Sie verdankten ihre Erfolge nichtder ausgeklügelten Methode, sondern der Persönlichkeit. Es gingein mächtiger frischer und freier Zug durch die deutsche Wissen-schaft, und um so schmerzlicher empfand mau den Stillstand, ja denRückschritt im Staatsleben im Vergleich mit diesem unermüdlichenVorwärtsstreben. StaatundWissenschafthattenscheiubarjedeFühlungverloren, Universität und Regierung standen anscheinend im schroffstenGegensatz. Daß auch auf der andern Seite klug und geschickt ge-arbeitet wurde, übersah das phantasievolle Geschlecht von damals.Es hatte kein Verständnis für das stille Wirken der preußischenBeamtenschaft, es wußte nicht, daß der Staat, der die liberaleIdee in die Wirklichkeit unisetzen konnte, erst langsam in mühseligerArbeit geschaffen werden mußte und daß der Fortschritt in demrealen Leben sich langsamer vollzieht als im Reiche der Gedanken.

Die Universität Bonn war von Napoleon geschlossen und erst 1818vonFriedrich Wilhelmiii. wieder begründet worden. Sie hatte die Auf-gabe, die neu errungenen rheinischen Gebiete, die bis zu der Franzosen-zeit in unseliger Zerstückelung in kleine und kleinste weltliche undgeistliche Staaten zerrissen waren, im nationalen Geiste zusammen-zufassen und mit dem wenig beliebten Altpreußen zu verbinden. Derpreußischen Unterrichtsverwaltung war es gelungen, eine Reihe treff-licher Männer als Lehrer zu gewinnen, die evangelischen TheologenAugusti und Lücke, den katholischen Hermes, die Mediziner Walther