Jugenddichtungen 23
noch bereit war, jeden ihm zugewiesenen Beruf zu ergreifen. Diesespäte Entwicklung und diese innere Leere des Jünglings sind be-gründet in der Zugehörigkeit zu einer Rasse, die ihre Traditionverloren, in dem Bekenntnis zu einer Religion, die ihren Anhängernnichts mehr zu bieten vermochte, und sie wurden verstärkt durch eineplanlose, widerspruchsreiche Erziehung sowie durch die Zeitverhält-nisse, die das ruhige Ausreifen eines Menschen und Künstlers aufsäußerste erschwerten. Als der junge Heine sein Elternhaus verließ,trat er eine gefährliche Ausfahrt an, und was er auf die beschwer-liche Wanderschaft mitnahm, war nur leichtes Gepäck.