Die französische Herrschaft " 9
schaftsgebiet führten zu einem industriellen Aufschwung und gabendem Lande die Möglichkeit, seine natürlichen Reichtümer an Erzund Kohle sowie den Gewerbefleiß seiner Bewohner in gesunderund einträglicher Weise zu verwerten. Auch Düsseldorf befand sichunter Joachim Mnrat nicht schlecht, der ehrliche Soldat nahm esmit seinen Pflichten ernst, war ans das Wohl seiner Untertanenbedacht und wagte selbst seinem kaiserlichen Schwager zu wider-sprechen, wenn er zu hohe Ansprüche an die Steuer- und Menschen-kraft der unterworfenen Provinz stellte. In dem Grafen Beugnot standihm ein einsichtiger Verwaltungsmann zur Seite, der trotz mancherverkehrten Maßregel im einzelnen doch im ganzen das Wirtschafts-leben und die Leistungsfähigkeit des deutschen Landes zu hebenwußte. Diese materiellen Vorteile ließen keine allgemeine Miß-stimmung aufkommen, selbst dann nicht, als nach Murats Abgangdie Auflagen immer härter, die Konskriptionen immer schärferwurden. Der Kaiser selbst übte durch seine Person eine bezauberndeWirkung aus, die die Herzen fesselte und die Sinne berauschte.Heines eigene Schilderung Napoleons im „Buch Le Grand" ist dasWerk eines Dichters, der im Banne einer phantasievollen Legendestand, aber selbst die besonnensten Köpfe wurden durch den An-blick des Imperators zur höchsten Bewunderung hingerissen. Einnüchterner Beamter wie der bergische Minister Fuchsins schrieb anden Grafen Beugnot: „Ich habe viel über den Kaiser gelesen, ichhabe noch mehr von ihm gehört, aber ich kannte ihn nicht. Er istmehr als Mensch." Der Zauber und die Allgewalt dieser einzig-artigen Persönlichkeit waren so stark, daß Völker und Menschen esals Glück betrachteten, wenn sie sich für ihn aufopfern und tot-schlagen lassen durften.
- Die Juden der ganzen Welt, besonders aber die deutschen,schauten zu ihm wie zu einem Messias empor, und sie hatten Grunddazu. Wohin seine siegreichen Waffen kamen, da fielen die viel-fach schmählichen und entwürdigenden Ausnahmebestimmungen undda wurde den Juden die volle bürgerliche Gleichberechtigung ver-liehen. Aber mit dieser Schwärmerei für Napoleon und mit ihrer