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[Hauptbd] (1904)
Entstehung
Seite
157
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Von des Stammvaters 6 Söhnen waren nur zwei verheiratet, denn der älteste

13.

1. Liborius von Lenz,

Kaiserl. russischer Major, geb. 2. 3. 1776, ff 8. 2. 1807,blieb unvermählt; er siel in der Schlacht bei Pr. Eichau.

Der zweite:

14.

2. Gustav Eduard v. Lenz,

Sekretär des Quartier-Kollegiums iu Riga, geb. 31. 12. 1777, ff 6. 3. 1821,ist gleichfalls unvermählt geblieben.

Der dritte Sohn dagegen hat den Seitenzweig fortgepflanzt.

15.

3. Johann Reinhold v. Lenz,

Leutnant der Chevalier-Garde zu St. Petersburg, darnach Schauspieler und

dramatischer Dichter, geb. 14. 11. 1778, ff 7. 10. 1854,war zu Pernau i. Livland geboren. Er besuchte das Lyceum in Riga undvon 1791 das LolleAinni Urickeniciannln in Königsberg i. Pr. Auf Wunschseiner Eltern mußte er aber mit 16 Jahren 1794 in den russischen Militär-dienst eintreten und wurde im Jahre daraus bereits Offizier der Chevalier-Garde in St. Petersburg. Nach dem Tode der großen Kaiserin Catharina II.(ff 1796) verließ er jedoch den Dienst, da er sich nicht zum Soldaten geborensuhlte, und trat als Privatsekretär in die Dienste des Wirkl. Geh. Rats GrafenJohann Jacob v. Sievers, des General-Direktors der Kanal- und Wegebautenim Reiche, mit welchem er verschiedene Amtsreiseu zur Revision der Flußver-binduugen im Innern Rußlands ausführte. Leider zog Graf Sievers sich imAnfange des 19. Jahrhunderts aus dem öffentlichen Leben zurück, wodurch auchv. Lenz seinen Posten verlor.

Was sollte er nun beginnen? Längst hatte er sich für die dramatischeKunst begeistert. Schon als Offizier hatte er im Liebhabertheater mit Erfolgmitgespielt. So beschloß er, auf Rat seiner Freunde, zur Bühne zu gehen.

Unter dem Namen „Kühne" ließ er sich im September 1801 für dieSt. Petersburger Hofbühne gewinnen. Sein feines, in den höhern Gesellschafts-kreisen gebildetes Benehmen, seine körperliche Gewandtheit und seine heroischschöne Gestalt eignete sich vorzüglich für eine gewisse Gattung von Rollen,namentlich um vornehme Personen und höhere Militärs darzustellen.

Um sich aber noch gründlicher auszubilden, trat er auch auf andernTheatern, in Riga und in Königsberg, auf. Königsberg besaß damals eins derersten Theater Deutschlands. Hier traf er die berühmte Schauspielerin FräuleinLuise Cassini, deren Spiel ihn wahrhast entzückte. Er gewann deren Liebe undvermählte sich im Jahre 1805 mit ihr.

Als aber das Königsberger Schauspielhaus im Juni 1808 abbrannte,ging das v. Lenzsche Ehepaar über Berlin nach Hamburg, wo sie 1809 für dasStadttheater engagiert wurden.