Druckschrift 
[Hauptbd] (1904)
Entstehung
Seite
154
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54.

7. Christian Lenz,geb. 1861,

verheiratet mit hat einen Sohn:

72.

Alexander, geb. 1890.

Durch den jüngsten Sohn des Oberpastvrs Friedrich David Lenz in DorpatGvttlieb Eduard ist der Dorpater Seitenzweig zu frischer Blüte und hohemAnsehen gekommen.

12.

Gottlieb Eduard Lenz,

Oberpastor in Dorpat, darnach Professor der theologischen Fakultät daselbst,geb. 14. 7. 1788, ch 14. 12. 1829,

erhielt den ersten Unterricht im Elternhause, besuchte hieraus die Stadtschuleseiner Vaterstadt bis zu seinem 15. Lebensjahre und nachdem er noch kurze Zeitzu Hause Privatunterricht erhalten, bezog er am 23. März 1803 die dortigeUniversität. Nach vollendetem Studium aber übernahm er das Amt einesHanslehrers im Schlosse des Grasen Stackelberg, wo er 2 Jahre verblieb.

Durch Überanstrengung hatte er sich jedoch ein heftiges Nervenfieber zu-gezogen, welches ihn 5 Monate ans Krankenbett fesselte. Kaum genesen, erranger „mit Schweiß und Mühe" die theologische Kandidatur der Kaiserl. UniversitätDorpat im Mai 1808 und erhielt zugleich auch das Diplom eines Kandidatendes livländischen Ministeriums.

Hierauf ging er in das Pastorat zu Nüggen, um den Pfarrer in seinenAmtsverrichtungen zu unterstützen und dessen Söhne zu unterrichten.

Bereits nach 1Ü2 Jahren aber (im Oktober 1809) ward er von demMagistrat der Stadt Dorpat zum Diakonus an der St. Johanniskirche undzugleich zum Adjunkten seines Vaters berufen. Als letzterer am 4. Dezember ej. a.heimging, wurde dem jugendlichen Sohne sogleich das Amt des Oberpastors ander St. Johanniskirche anvertraut. Nach vorangegangenem Pastoral-Examenward er am 30. Januar 1810 von dem General-Superintendenten Or. Sonntagzum Amte geweiht. Seine Einführung in dasselbe fand am 13. März es. a.statt. Zugleich mit dem Amte des Oberpastvrs aber übernahm er das einesAssessors des Stadt-Miuisterii.

Diesen seinen Ämtern und Obliegenheiten stand er 15 Jahre hindurch,obgleich oft von Körperschwäche und vieler Arbeit gedrückt, mit großer Treueund Gewissenhaftigkeit vor.

Nebenbei besorgte er noch während 8 Jahren die Geschäfte der DorpatschenAbteilung der russischen Bibelgesellschaft.

Im Jahre 1824 wurde ihm eine besondere Ehrung zuteil, indem er vondem Conseil der Kaiserl. Universität Dorpat als ordentlicher Professor für diepraktische Theologie berufen ward. So hielt er denn am Sonntage nach Weih-