Druckschrift 
[Hauptbd] (1904)
Entstehung
Seite
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4. Stammbaumbild, im Besitze der Schwestern Hanna und Julie Lenz inDorpat befindlich, welches die sämtlichen baltischen Verwandtschaftskreiseder Lenzschen Familie umsaßt, nämlich:

I, die Leuz-Kellnersche Verzweigung,den Moritz-Lenzschen Zweig undden Schmidt-Leuzschen Zweig;

II, die Lenz-Harmensche Verzweigung;

III, die Leuz-Timmsche Verzweigung und

IV. die Lenz-Krucksche Verzweigung, sowieden Pegau-Lenzschen Zweig,

Dieses Bild ist sehr sinnreich (sternförmig) angeordnet und äußerstmühsam übersichtlich von dem Genealogen P. Falck in Reval angefertigtworden, welcher angeblich auch eine Druckschrift zu diesem Stammbaumbildeherausgegeben hat.

5. Oberlehrer Staatsrat Jvh, v. Eckardt, Vortrag über Jacob Michael Rein-hold Lenz nach seiner Heimkehr, (Gedruckt,)

6. Druckschristi Zur Erinnerung an Gvttlieb Eduard Lenz, Doktor und Pro-fessor der Theologie, früher Oberpastor der Stadtgemeinde zu Dvrpat, 1830bei I. C. Schüumann und

7. Akten des livlünder General-Superintendenten in Riga,

Der Stammvater des livländer Zweiges:

1.

Christian David Lenz,livländischer General-Superintendent und ?raeses ecclesiasricus des livländ.Kaiserl. Ober-Konsistorii in Riga, geb. 26, 12, 1720, ch 25. 8. 1798,

ältester Sohn des Kupferschmiedemeisters Johann Jacob Lenz zu Cvslin i. Pom.,besuchte nach dem ersten Unterricht in seiner Vaterstadt das Hallesche Waisen-haus und studierte auf der Universität Halle seit 17, 6. 1737 Theologie. Vonhier ging er 1740 als Hauslehrer zu der Familie von Oettiugen nach Livland.Als sein Prinzipal den kleinen, schmächtigen Mann eintreten sah, flüsterte erseiner Gemahlin auf russisch zu: „Uollusclllla (^ Charlotte), der Fuhrlvhnist für einen so unansehnlichen Mann weggeworfen!" — Da es dort Sitte war,daß der Hauslehrer bei Tische den Braten zerlegte, so mußte Lenz auch dieseihm völlig ungewohnte Arbeit mit übernehmen. Er vollzog sie zur Zufrieden-heit des Hausherrn, Derselbe fand bald Gefallen an dem durchaus tüchtigenund gewissenhaften Lehrer seiner Kinder, daß er ihn seinem Freunde, demKapitän von Liphart auf Nötkenshof für die frei gewordene Pfarre in Serbenempfahl.

Als Lenz zur Probepredigt dorthin kam, wagte der Kirchenpatron nicht,mit zur Kirche zu gehen, weil er fürchtete, der kleine Kandidat könne steckenbleiben. An seiner Statt mußte der Kammerdiener zur Kirche gehen. SeinBericht lautete höchst günstig. Noch vor Schluß des Gottesdienstes eilte er insSchloß zurück mit der Nachricht: „In der Kirche schwimmt alles in Tränen!"