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Letzterer scheint der Vorvater der Glaffe und Glase ge-wesen zu sein, welche übrigens in Winzig bereits 1553 lautden sog. Landbüchern des Fürstenthnms Wohlan als Bürgeransässig waren. Winzig liegt nur wenige Meilen von Neudeckentfernt.
Die Glaffe oder Glase und Glafey, Glavey, wie sieschließlich auch in Winzig geschrieben werden, finden sich inden Winziger Kirchenbüchern bis 1717.
Winzig ist somit als der älteste, urkundlich erwiesene,dauernde Wohnsitz der Familie Glafey zu betrachten.*)
Wie bekannt, wurde Schlesien, welches noch um 120Veine reinslavische Bevölkerung hatte, zuerst von Flamländern,später aber in ausgiebigster Weise durch deutsche Einwandereraus Thüringen und Franken kolonisirt, und ich werde kaumfehlgehen, wenn ich annehme, daß das Glafey'sche Geschlechtseinen Ursitz in Ostfranken, dem ehemaligen Bisthum Bam-berg, hatte, dessen Bischof Otto der Heilige die Kolonisationin Schlesien ungemein förderte. In diesem ehemals bischöflichbambergischen Gebiete findet sich heute noch ein OertchenClaffheim oder Clafheim, auch Klafheim geschrieben (in der Nähevon Ansbach) welches mit dem benachbarten Nieder-Oberbach undBnrgoberbach schon im Jahre 1190 von Bischof Otto II. vonBamberg dem Stifte Heilsbronn zu Lehen gegeben wurde.**)
Dieses Clafheim dürfte seinen Namen der mittelalter-lichen deutschen Heeres-Verfassung verdanken und nicht un-möglich wäre es, daß der Ortsname von dem Namen Glaseabgeleitet worden ist. Giesen, Glave, Glaveney bedeutete im13. und 14. Jahrhundert adelige Reiter, beziehungsweiseadelige Reiterei; Glavener, Glevener ihr Führer, Glafenheimoder Glefenheim also einen Wohnsitz der Giesen oder Glaven.Die Buchstaben v und f, g, c und k machen in der altenSchreibweise keinerlei Unterschied.
*) Siehe auch den Auszug aus dem Stadt-Urbarium zu Winzig,Beilage X. S. 91.
**) Landes- und Völkerkunde des Königreichs Bayern S. 1265.München, 1864.