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Suppl. (1831) Supplementband A - Z
Entstehung
Seite
409
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Per 409

Die Erfindung des Perkussionöschlosses scheint wohl in dem er-sten Decenninm des neunzehnten Jahrhunderts von einem Schott-lander, Alexander Forsyth, herzurühren, und derselbe imJahre 1807 zuerst ein Patent darüber erhalten zu haben. Baldging die Erfindung nach dem festen Lande über, und verbreitetesich anS Frankreich nach Deutschland, wo man wohl die erstenVersuche im Großen für den Kriegsgebrauch damit machte.Obgleich nun der letztere allein dem Inhalte dieses Werkes ent-spricht, die Einrichtung der Jagdgewehre ihm aber fremd ist,dürfte es doch von einigem Interesse seyn, von der fortschreiten-den Einrichtung und Verbesserung dcS Perkussions-Schlos-ses hier eine kurze historische Notiz zu finden.

Man kann sich des Knallpulvers — dasselbe mag nunHowartsches Quecksilber oder Chlorkali als Hauptbe-standtheil enthalten — unter zwei verschiedenen Formen zumZünden der Pnlverladung des Feuergewehres bedienen: als Z ü n d-körner, dem größer gekörnten Stückpulver nicht unähnlich;oder als eine weiche Zündmassc, welche in die aus Kupfer-blech verfertigten Zündhütchen gestrichen wird und darin er-härtet. Man sieht leicht, daß diese Verschiedenheit auch noth-wendig auf die Einrichtung der Pcrkussionsschldsser Ein-fluß haben, und sie der einen oder der andern Bestimmung gemäßabändern muß. Da Anfangs bloß die Zündkörner bekanntund ausschließend gebraucht wurden, waren auch die Flinten-schlösser nur für sie eingerichtet, so daß der Hammer (Hahn)des Flintenschlosses entweder unmittelbar auf 2 oder 3 Körnerdes Zündpulvers, oder aber auf einen, sie berührenden, Stiftschlägt und dadurch die Explosion hervorruft. Hier reichet 1Loth Knallpulver für 1700 Schuß, weil die Pfanne zu jedemSchuß nur 0,137 Gran aufnimmt. Auf diese Weise war dasFeucrschloß eingerichtet, auf das lc Page in Paris 1Y10 einPatent bekam; nachdem schon früher der Franzose Pauli eineArt von Doppelflinte mit Perknssionsschloß verfertigt hatte,-die von hinten geladen ward, und deren beide Schüsse nicht inzwei besonderen Läufen, sondern unmittelbar aufeinander saßen.Derselbe erhielt 1817 ein Patent über eine neue Verbesserung desHammerschlosses; andere Veränderungen machten 1820 Gösset,Puiforcet, I. Leroi; Debonbert änderte das Feucrschloßdahin ab: daß es eben so wohl mit einem aufgeschraubten Steineund gewöhnlichem Schießpnlvcr, als durch Knallpulver entzün--.det werden konnte. Auch Blauchard und Pich er au in Pa-ris, Richards und Fox in England haben 1821 auf Perkns-sionö schlösset- von einer anderen Einrichtung Patente erhalten.Alle diese Schlösser hatten einen Deckel, welcher das Zündkornverschloß, und nur in dem Momente sich öffnete, wo der Ham-mer im Begriff war, niederzuschlagen. Andere Schlosser, bei