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Suppl. (1831) Supplementband A - Z
Entstehung
Seite
357
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Mag 367

In den bombenfesten Pulvermagazinen der Festungen, dieder Artillerist in der Zeit einer Belagerung zu Aufbewahrung sei-ner Vorräthe benutzen muß, findet er bfters, ja fast gewohnlich,einen gefährlichen Feind zu bekämpfen: die Feuchtigkeit;durch die das Pulver und die Knnstfeuer verdorben werden. Ohneder von dem Baumeister abhängenden Gegenmittel der Konstruk-tion: sorgfältige Ccmentirnug des Rückens der Gewölbe, Kapel-len in den Zwischenräume» derselben; gute Luftzüge (s. oben 2;1. S- 183) zu erwähnen, die nicht in der Hand des Artilleristenstehen, ist 1811 in Frankreich von dem jünger» Baron Champyein Mittel vorgeschlagen und auch in Preußen mit günstigem Er-folg in einer völlig verschlossenen und sehr feuchten Kasematte ver-sucht worden. Er ließ nämlich ein, durch eine Scheidewand ge-teiltes Magazin von 36' Länge, 15' Breite und 8' Hohe in-wendig mit '/, Li», starken Bleiplatten sorgfältig auslegen, umalles Eindringen der Feuchtigkeit durch die Mauern zu hindern.Die Thürschwelle und Pfosten waren mit rauhen Schaffellen be-schlagen Und die Thüre konnte durch angebrachte Schrauben luft-dicht verschlossen werden. Vor ihr war eine kleine Vorkammer,unter deren Fußbode» eine ebenfalls mit Blei ausgelegte Grubewar, die unter der Thüre hindurchging und mit dem Innern desMagazins in Verbindung stand, 1 Fuß über dem Grunde derGrube war ein Gitter angebracht, und mit 40» Pfund frisch ge-branntem Kalk belegt, durch den allein Luft i» das Magazin kom-men konnte, die hier ihre Feuchtigkeit absetzte, indem sie dadurchden Kalk löschte, der durch das Gitter hinabfiel und hier immerdurch neuen ersetzt ward. Um die Feuchtigkeit im Innern einzn-schlucken, ward ein flacher Kasten mit drei Centncrn Kalk obenunter dem Gewölbe aufgehangen.

Das zu den Versuchen augewendete Pulver (8) bestand aus76 Salpeter, 10 Schwefel, 14 Kohlen; es war in Erquerde ver-fertigt, 12 Stunden bei nach und nach verstärktem Feuer getrock-net, warm gesiebt, und hatte mit dem Probemdrser 77'/" Wurf-weite. Das Hygrometer zeigte in der unveränderten Hälfte desMagazins (4.) 973 in dem neu eingerichteten (N) aber 96°; vier GWochen darauf war es in 99°; in N aber 52'/,°; die 400 Pfd.Kalk in der Grube hatten in 33 Tagen ihr Gewicht um 20 Pfd.,die 370 Pfd. im Kasten aber um 28 Pfd. vermehrt. DiesesMagazin, welches 40,000 Pfd. Pulver fassen konnte, würdedemnach monatlich 130 Pfd. oder jährlich 1570 Pfd. erfordern,weil der Kalk '/z seines Gewichts Wasser verschluckt. Als 30 Pro-ben zu 200 Grammen Pulver in einem feuchten Keller 1 Fuß hochüber dem Erdboden, dünne auf Papier gestreut, 24 Stundenlang der Luft ausgesetzt wurden, wogen sie 211,94 Grammen undhatten mit dem Probemdrser 618' geworfen. Man brachte Pro-