Höh 266
ward jedoch nicht gegen Algier gebraucht, sondern wieder zerschla-gen und umgegossen.
Hohe Ofen zu dem Schmelzen der Eisenerze und Stei-ne, sind oben im Ersten Theile unter dem zugehörigen Artikelschon beschrieben worden. Man theilt sie in Hohe, halbHohe und Krumm-Oefen; die letztem sind weniger als 8Fuß, die mittlem oder halben 8—16 Fuß, und die erster»16 — 40 Fuß, welche nach neuern Erfahrungen am vortheilhaf-testen erscheinen, obgleich die Höhe dieser Oefen bisweilen auf60 Fuß steigt. In Siberien sind Hohe Oefen von 45 Fuß,die 13" Durchmesser im Kohlensack haben; die Hohen Oefenin Schweden sind 28 bis 32 Fuß. Obgleich eigentlich zumVerschmelzen des Eisens bestimmt, werden die Hohen Oefendoch ebenfalls bisweilen zu Blei- und Kupfererzen gebraucht.Sie sind in diesem Falle elliptisch, haben 24 Fuß Höhe und3 Fuß Durchmesser; die Form liegt 3 Fuß über der Sohle.Nächst der Beschaffenheit des Eisensteines hat auch nothwendigdie besondere Art der Feuerung Einfluß auf die innere Einrich-tung der Hohen Oefen, denn bei Coaks ist ein stärkeres Ge-bläse, ein höherer Ofen und Kohlensack nöthig; während leichteHolzkohlen von Tannen, Fichten oder Kiefern weniger Windund keine so hohen Oese» erfordern, deren Kohlensack ebenfallsnicht zu viel erhöhet scyn darf. Ausführliche Nachricht über dieBeschaffenheit der Hohen Oefen und das Verfahren beimEisenschmelzen gibt Karsten (Handbuch der Eisenhüttenkunde)und Hasse in der Uebcrsetzung von Hassenfratz (das Wich-tigste aus der Eisenhuttenkunde). Die Hohen Oefen schei-nen in der Mitte des XVren Jahrhunderts in Deutschland undEngland aufgekommen zu scyn; denn im Elsaß wurden 1490eiserne Oefen, desgleichen 1550 in Sachsen, und 1547 viel ei-serne Kanonen in England gegossen. Die Anwendung der Stein-kohlen zum Eisenschmelzen versuchte, doch ohne gunstigen Erfolg,der Engländer Sturtevant zu Anfang des XVHten Jahrh.;Dudley aber wandte zuerst Coaks dazu an, und legte dadurchden Grund zu der so häufigen Eisenerzeugung seines Landes, dennes gibt in Wales Hochöfen, die 200 Centr. Roheisen täglichliefern.
Hohlkehlen ( Dcmcnno) sind konkave architektonischeVer zier ungen, die von "/s bis '/i. Kreisbogen bilden, und beson-ders auch bei dem alten Geschütze vorkommen, wo sie gewöhn-lich mir dem Namen eines Ablaufes belegt werden — in denDegen- und Säbelklingen (gomtisims) laufen sie zu beidenSeite» mir dem Räcken parallel, und haben die Absicht, dasFlachfallen des Hiebes zu verhindern; wenigstens wird die Klingedadurch steifer, daß sie bei dem Hiebe nicht schwankt oder flat-