Druckschrift 
Suppl. (1831) Supplementband A - Z
Entstehung
Seite
233
Einzelbild herunterladen
 

Glc Glo 233

stehenden Schenkel enthaltenen Flüssigkeit bedingt Wied. Ansdiesem einfachen Satze des Gleichgewichtes beruhen alleLehren der Hydrostatik, und finden de» Beweis ihrer mathema-tischen Gewißheit in demselben.

Neben ihrer cigenthümlichcn Schwere werden die lufrför-migen Flüssigkeiten, die wir mit dem allgemeinen Namen Gasbelegen, noch durch die Kraft ihrer Erpansibilität angeregt,vermöge der sie sich nach allen Seiten gleichförmig auszudeh-nen streben, so wie sie einem äußern Druck nur in sofern wei-chen, als sie sich zusammendrücken und ihr Volumen dadurchauf eine, bisher noch nicht genau bestimmte, Weise verkleinernlasten. S. Gas. Nothwcndig muß durch diese Eigenschaftder Druck der einzelnen Partikeln gegen die Wände und gegenden Boden eines Gefäßes, in welchem die elastische Flüssigkeitverschlossen ist, sich bedeutend verringern, er wird aber sogleichwieder stärker werden, wenn die Erpansibilität der Flüssigkeitdurch irgend ein äußeres Mittel in Erhöhung der Temperatur,oder Hinzufügung eines anderen Gases, gesteigert wird. DieBedingungen des Gleichgewichtes sind dieselben, wie bei deninkomprcssiblc» Flüssigkeiten, weil hier die wechselseitige Spann-kraft der Partikeln den Widerstand ersetzt, den dort die Dichtig-keit der Materie hervorbringt. Nothwcndig muß sich aber dasGleichgewicht in einem weniger bemerkbarem Grade äußern,weil die luftförmigen Flüssigkeiten eine ungleich gerin-gere eigcnthümliche Schwere besitzen, als die tropfbaren.

Glimmer bestehet aus 47 Kieselerde, 22 Alauncrde,45,5 Eiscnoryd, 4,75 Mangauoryd, 14,5 Kali, hat eine gelb-liche grün-graue Farbe, ist derb, eingesprengt, und zeigt einenhalbmetallischen Glanz. Er ist durchscheinend, leicht zerspalt-bar, elastisch biegsam, und härter als Gyps, doch weniger hartals Kalkspath. Seine spezifische Schwere ist 2,65.

Glocken, »verde» eben so, wie die Mörser, in Lehmfor-men, über einen hart gebrannten Kern gegossen und verschnitten;ihre Verfertigung ist jedoch unserm Zwecke fremd. Die Glocke»belagerter und mit Hülfe des Geschützes eroberter Städte ge-hörten — bisweilen mit allem kupfernen und metallenen Ge-schirr der Einwohner — nach altem Kriegsgebrauch dein Feld-zengmcistcr, und mußten von jenem losgekauft werden, wc>denn auch die Artillerie-Offiziere einen Thcil davon bekamen.Diese Gerechtigkeit ward noch selbst im siebenjährigen Kriegeausgeübt, und die Stadt Leipzig mußte im Jahr 1758 ihreGlocken mit 5000 Rthlr. lösen; Napoleon erneuerte sie 1807bei der Eroberung von Danzig. Die Artillerie, mit Einschlußder Sappenre und Minierer, bekam auf seinen Befehl die Glockenund die Stadt mußte sie auslösen. Der Betrag ward folgciudergestalt verthcilt: