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sielen kunstliche Rothgießer daraus, die Geschützröhre ans Metallzu gießen, wie es zu Glocken und Bildsauleu angewendet ward.Drei dergleichen Büchsen, die 5)0, 70 und 127 Pfund schössen,hatte Johann von Aarau in Augsburg gegossen, und nur dreiRathöherren: Wendten, Illyngen und Flinsbachen, ibrenGebrauch gelehrt. Bald vermehrten sich jedoch die Geschütze;schon gegen das Ende deö vierzehnten Jahrhunderts wurden siehäufig angewendet und beinahe von allen Größen verfertigt, woznbesonders der Krieg der Genneser und Venezianer 1378 Gelegen-heit gab. Man sing nun auch an, die großen Geschütze auf be-queme und mit Radern versehene Gerüste zu legen, um sie bei demHeere im Felde mitführen zu können. Das gegen die Hussiten1427 aufgebrachte Heer des deutschen Reiches führte über 60grobe Geschütze (Kammerbüchsen und Terraßbüchse»),mehrere hundert Handröhre und 1800 Feuerpfeile bei sich, diebei dem übereilten Rückzüge vom Riesenberg 1431 alle in dieHände des Feindes sielen. Auch Karl der Kühne hatte 1477in der Murtner Schlacht viel grobes Geschütz, das den Schwei-zern viel Schaden that, bis ihr zweites Treffen dasselbe durch ei-nen raschen Anfall eroberte und dadurch den Sieg über die Bur-gunder errang.
Alles dieses Geschütz war noch sehr groß und schwer, bisKarl VIII von Frankreich seine ganze Artillerie-Einrichtung aufeiuen bessern Fuß setzte, worin ihm bald Kaiser Karl V undspäterhin auch die übrigen Fürsten folgten. Die Geschütze wur-den nun allgemein in Karthauuen und Schlangen getheilt,und folgcndergestalt unterschieden:
Heyer, Geschütz-Wörterbuch. Supplemcutb.wb.
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