Druckschrift 
1,2 (1806)
Seite
149
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so wenig als in den eben genannten Psalmen fin-den, weil überall ein wirklicher Zustand gemaltwird, den man in den Tagen des Dichters vor Au-gen halte. Also der fromme ungenannte Korahiteentwirft in diesem Psalm in einer rührenden An-rede an Gott den elenden und verlassenen Zustandseines Landes und Volks als ein wahrer Patriotund Freund des Vaterlands. Er bittet Gott ganzflehentlich und jammernd, daß er doch die Brüchedes Staates heilen , und das Land vom Joch dermordenden und schnaubenden Tyrannen errettenwolle.

Zwar möchte man aus V. 7. wo er von seinemSchwert und Bogen spricht, schliessen wollen, daßes ein König sey, der hier rede. Aber Rehabeamselbst kann es doch sicher nicht seyn, obwol ihmein Dichter allenfalls dis Wort in den Mund le-gen konnte, weil er nach 2 Chron. 12, 6. sich vorGott gcdemüthigt hatte. Denn was V. 18-2?.steht, kann nur ein treuer Gottesverehrer vonsich und seines Gleichen sagen, die beym Verder-ben der Welt Gott und der Tugend stets treu ge-blieben waren. Die Anführung von V. 2z. welcheStelle Röm. 8, ?6. auf die Leiden der Christen in ih-ren ersten Verfolgungen gedeutet wird, macht denPsalm nicht zu einem prophetischen, wie man vor-mals glaubte. Hierüber denkt man jetzt gründlicher.

Wenn