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In der früheren Epoche dienten die Morser blos zu dem Werfender steinernen Kugeln, und waren daher von außerordentlicherGroße. Die ersten, die man gegen den Anfang des fünfzehntenJahrhunderts findet, warfen bis a» Zoo Pfund schwere, steinerneKugeln; wegen ihrer Schwere und Uabeweglichkeit bediente mansteh ihrer jedoch nur wenig, dies geschahe erst während der vielenBelagerungen deS ersten Niederländischen Krieges häufiger, daherman auch die Erfindung der Bombni. die man jedoch schon früherkannte, in diese Periode ,ezt. Die Franzosen lernten beide erstim Fahr 1644 durch den Englander Malthus kennen, den Lud-wig" der Dreizehnte als Ober-Befehlshaber der Artillerie infeine Dienste genommen hatte. Man wußrc daher auch in Frank-reich nichts von den bei den Deutschen längst übächcn Feuerbal-lcn, Leuchtkugeln, :c. bis deS Siminnowicz Tractat von derArtillerie zffzl durch ins Franzdfische übersezt erschien,
und Eei s ler 167Z die erste Karkajse aus 7^5 Pfund Pulver ver-fertigte. Späterhin gegen das Ende des siebenzehnten Jahrhun-derts ward man durch du- Ausbildung der Geschützkunst auch aufeine bessere Form der Mörser geleitet, die man durchgehende' klei-ner goß und dagegen in Frankreich die ^teiiimorser (pierriers)einführte. Nur zu besondern Absichten bediente man sich unter drinNamen iVlarmite einer Art großer Bomben, welche die Gestalteineö runden Topfes mit flachem Boden batten. Ihre irregnlaireGestalt verursachte jedoch sehr beträchtliche Abweichungen aus derRichtung; man schaffte sie daher ab, und goß, anstatt ihrer, an-dere große Bomben von gewöhnlicher Form, die ComminFeshießen, rg Zoll im Durchmesser hielten und goo Pfund wogen.Sie faßten 48 Pfund Pulver, 12 Pfund aber "reichten hin, sie znzersprengen. DerMbrftr, woraus man diese Bomben warf, warim Fluge 27 Zoll tief, wog 5200 Pfund, und enthielt in seinerKammer 18 Pfund Pulver. Dieser Mörser, dessen metallener Gchem-mcl Z2oo Pfund an Gewicht hatte, ward zulezt bei der Bela-gerung von Dorniok 174g, nachher aber nicht mehr gebraucht;theils wegen deS beschwerlichen Ladens, wo die Bombe vermit-telst eineö besondern Hebezeuges ctngesezt werde» mußte; theilsauch wegen deS großen Aufwandes der Verfertigung und des Trans-portes , dem der Nutzen der ungeheuern Bomben keineswegs ent-sprach. Man gieng in der Folge bei der franzosischen Artillerienoch weiter, undsezie beider durch Gribeauval bewirkten Ver-änderung des Geschützes fest, daß die zwölfzolligen Mörser, blosnoch lo lange beibehalten werden sollten, als der Vorrath vonBomben dieses Kalibers dauerte, weil sich bei ihrem Gebrauchder Nachtheil zeigte, daß sie bei starken Ladungen ihre Bombenzersprengten und auch nach wenig Würfe» selbst unbrauchbar wur-den. ES wurden dagegen zwei verlchiedcne Arten zchnzolliger Mör-ser eingeführet, deren Dimensionen man oben in der zugehörigen