Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
210
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2io Har

Zärten des Stahles (trempsr I'gcier) geschiehet bekannt-lich, indem man ihn bis zu einem gewissen Grade glühet, undbierauf plötzlich in einer kalten Flüssigkeit ablöschet; wodurch erzu jeder Art schneidender Werkzeuge vorzüglich geschickt gemachtwird. Je weniger Hitze nun eine Stahlart zu dem Harten erfor-dert, um so härter ist sie ihrer individuellen Beschaffenheit nach;Zu einer guten Härtung aber darf man dem Stahle durchaus keinestärkere Glühhitze geben, als nur eben nothwendig ist, welches sichbis jczt blos durch mit jeder besondern Stahlart angestellte Ver-suche bestimmen läßt.

Ehe man zu dem Harten des Stahles selbst schreitet, mußer gelinde geglühet und nachher gehämmert werden, um ihn vomG l ü hspahn zu reinigen. Das Hämmern darf jedoch nicht biszu dem völligen Erkalten des Stahles fortgesezt werden, weil erausserdem beim Härten Risse bekommen würde. Das Glühendes Stahles geschiehet mit einer lebhaften Hitze — wozu harteoder Laubholz-Kohleu am besten sind — indem man jedochdie Gebläse nicht zu stark gehen läßt, nach Verhältniß der Be-schaffenheit des zu härtenden Stahles sowohl, als der daraus zuverfertigenden Dinge. Sehr harter Brennstahl oder Gußstahlbedarf nur einer dunkelrothen, der minder harte einer blaßrothen,der weiche Gerbsiahl aber einer rosen - oder hellrvthen Glühhitze.Weil bei diesem Glühen die Stahlstücke leicht überhizt oder ver,brannt werden können, pflegen einige geschickte englische «Stahl-arbeiter das Kohlenfener dazu mit Lederspähnen zu vermischen,welche gleichsam die Stelle eines Cements vertreten und verhindern,daß die äussern Flächen des Stahles ihren Kohlenstoff nicht verlie-ren , sondern vielmehr durch die thierische Kohle noch mehr er-halten. Feine Werkzeuge und andere schwache Stahlsiücke glü-het Hr. Nicholson aus demselben Grunde nicht im offenenFeuer, sondern in reinem geschmolzenem Blei, daS kein Zinn ent-hält. Wenn das Blei eine mäßige Rothglühhitze erhalten hat,wird es umgerühret, und der zu härtende Stahl einige Secundenhinein gehalten; hierauf wird dieser schnell im Bade umgeschüt-delt, heraus gezogen und in ein großes Gesäß mit kaltem Was-ser geworfen.' Nur auf diese Weise läßt sich einer Stahlplatte derhöchste Grad von Härte mittheilen, ohne daß ihre Textur dadurchbeschädiget wird.

Bei dem Härten schneidender Werkzeuge hat die Beschaffen-heit der kalten Flüssigkeit einen nur geringen Einfluß; es ist hierohne allen Nutzen, dem Wasser Salze beizumischen, oder wohlgar Quecksilber anzuwenden; wohl aber kann man verhindern,daß der Stahl beim Härten keine Risse bekommt, wenn man dieOberfläche des Wassers mit Talg übergießt, und durch diesenhindurch den Stahl in das Wasser taucht. Solche Instrumentehingegen, die eine außerordentliche Härte haben müßen, wieFeilen, Grabstichel w. werden in Wasser, mir Schnee vermischt.