Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
199
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Gol lyy

sichS beynahe mit allen übrigen Metallen vereinigen, wo es durchSilber und Kupfer mehr Harte erlangt, durch Zinn aber äußerstspröde gemacht wird.

Goldregen (pluie <Ze ken) ist in der Lnstfeuerwerkerei einesebr leichte brennende Mischung, die aus den versezreu Raketen undLustkngeln nur langsam auf die Erde herab sinket. Der Satz dazubestehet aus 2 Pfund Mehlpulver; 8 Unzen Salpeter; 8 UnzenSchwefel, und H Unzen fein geschlagene Baumwolle, die man ineine Schüssel ausbreitet, und mit darüber gegossenem Leindldurchziehen laßt. Man drückt sie hierauf aus, und legt abwech-selnde Schichten davon und von den gut durch einander geriebe-nen drei Substanzen in einen Kessel, wo man sie so lange stößt,bis sich alles gehörig durch einander gemischt hat. Zum Anfeuch-ten bedienet man sich dabei des Weingeistes, in welchem Kampheraufgelost worden, so daß man mit den Handen kleine, etwa 4bis ti Lin. hohe, Pyramiden daraus formtreu kann, die man aneinem warmen schartigen Ort gehörig austrocknen laßt. DerGoldregen wird nun in einen Napf mit dünnem, dreiahnli-chem A n f e u er u n g s z e ug geworfen, und darinnen umgerührt,bis alle Flächen mit lezterm überzogen sind, worauf man denRegen in eine Mulde mit Mehlpnlver schüttet und hierauf trocknet.

Der französische Goldregen bestehet aus 4 Unzen Gum-mi tragant; 4 Unzen grob gestoßenem Glas; 2 Unzen Auripiq-ment; Unzen Salpeter; Unzen weißen Ambra, und ß Un-ze Schwefel. Von diesen klar geriebenen Materien wird mit 2Unzen in Brandtwein aufgelöstem Kampher ein Teig formirct,aus dem man zwischen den Fingern die Regenkugcl» bildet, undwenn sie trocken sind, auf die eben beschriebene Weise anfeuert.

Granaten ( Arermües) sind eine sehr alte Erfindung; siewaren schon zu Ansang des sechzehnten Jahrhunderts unter demNamen der sprengenden Kugeln bekannt, denn Karlvon Rochefaucault wurde 1562 bei der Belagerung vonRonen durch eine springende Granate erschlagen. Sie wurdennach Beschaffenheit ihrer Große entweder mit der Hand geworfen,ans Geschütz geschossen, oder auch bei Belagerungen zu Ver-theidigung der Bresche angewendet, wodurch sie auch nach ihrer. verschiedenen Bestimmung die Namen Wallgranaten, Ha n-bitzgranaten, Ka n 0 n e n g ra n a te n und Handgrana-ten erhielten.

Die Wallgranaten s^rermüs» äe rempart) warennichts anders, als gewohnliche Granaten von großem Kaliberund gleichförmiger Eiscnstärke, die man bei Vertheidigung derBresche auf die Stürmenden herabrollen ließ. Bisweilen wurdensie auch aus 6 Mauerziegeln zusammenaesczt, und mit geschmol-zenem Zeug überzogen, daß sie eine runde Form erhielten. Siesind jezc völlig aus dem Gebrauch gekommen, und mau bedienetsich anstatt ihrer schwerer Bomben von 70 bis 100 Pfunden.