Druckschrift 
1,2 (1805) F - J
Entstehung
Seite
154
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IZ4 Geb

der Truppen kleiner wird. Kommt demnach der Feind en Co-lonne zur Attaque, muß diese allezeit, wo möglich, von vorneund mit Kugeln beschossen werden.

Stehet die feindliche Artillerie hinter einem Aufwurf, oderhinter irgend einem Terrainhinderniß, gedeckt; beschießt man beidem Augriff die zur Seiten stehenden Truppen, auf der Stelle,wo man einbrechen will. Es hiesse seine Munition unnütz ver-schwenden, wenn man es hier mit dem feindlichen Geschütz auf-nehmen wollte. Hat der Feind junges Buschwerk und Hecken vorsich, so daß man ihn nicht sehen und die Aufschlage der Kugelnbeurtheilen kann; wird selbst auf 1000 bis 1200 Schritt allezeitmit Kartetschen geschossen, und dem Geschütz eine solche Eleva-tion gegeben, daß jene über die Hecken oder den Busch hinweggehen.Hat man endlich Batterien von großem und kleinem Kaliber »ebeneinander, müssen jene auf das feindliche Geschütz, die andern aberauf die Truppen feuern. Ziehet sich aber der Feind zurück, rich-tet alles Geschütz sein Feuer auf die Truppen, und bietet allesauf, seine Wirkung zu verstärken , um eine allgemeine Unordnungbei dem Feinde zu bewirken. Man bedienet sich dabei des Kugel-schusses, weil die Kugeln über die Fliehenden hinweg gehen undihre Bestürzung vermehren.

Bei jeder Geschütz-Brigade richtet der Befehlshaber sein vor-züglichstes Augenmerk auf die Stellung seiner Abtheilung, wo erdem Feinde den meisten Abbruch thun kann. Ist dabei nothwen-dig , sich mehr vorwärts oder seitwärts zu setzen, und zu demEnde einen Sumpf oder Bach zu passireu; muß dieses augen-blicklich geschehen, und er von dem nächsten Brigadier der In-fanterie auf Begehren die erforderlichen Arbeiter erhalten, umihm einen Weg zu bahnen. So müssen auch die in oder vor denIntervallen stehenden Batterien stets mit den neben stehendenTruppen avanciern oder retirircn, wenn sie nicht besondere Be-fehle zu dem Gegentheil haben. Während übrigens der Oberbe-fehlshaber der Brigade Sorge trägt, daß es nicht an Munitionfehle, und daß die ausgeleerten Muuitionswagen, so wie die ver-wundeten Artilleristen, aus dem Gefecht hinweggebracht, die er-ster» aber durch neue ersezt werden; sehen die Commandanten dereinzelnen Geschütze darauf, daß die Bedienung mit gehöriger Ord-nung geschehe, daß die der Schußweite entsprechenden Richtungengenommen, und daß nach Erfordern Kugelschuß oder Kartetschengeladen werden.

In einem sehr unebenen gebirgigen Lande sind beinahe alleTreffen und andere Kriegsvorfalle nichts anders als Posteugefechteund wie diese zu behandeln (S. Angriff der Posten undVertheidigung). Daß man sich hier nicht ohne außeror-dentliche Beschwerde der größern Kaliber bedienen könne, und sichdaher nach Möglichkeit auf kleines Geschütz einschränken müsse;fallt von selbst in die Augen (S. Gebirgsartillerie). Al-