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doch vielen der schönsten republikanischen Tugenden zur Quelle ge-worden ist.
Was Zürich durch Sinn für Wohlthätigkeit Großes geleistethat, und worin es unter allen Schweizerftädten nur mit Baselwetteifert; oder was es, in alter und neuer Zeit, für Wissenschaftund Kunst Herrliches gethan, worin Genf allein Zürich's Neben-buhlerin blieb, ist allgenug bekannt. Wohl nur wenige Staaten,nicht etwa des Schweizerbundes, sondern des Welttheils, haben,im Verhältniß ihrer Größe und Kraft, eine größere Zahl berühmterBürger in allen Gebieten der Wissenschaft aufzuweisen, oder viel-thätiger, besonders in neuester Zeit, für Volksbildung gewirkt.In Angelegenheit des öffentlichen Unterrichts machte sich der Frei-staat nicht das Weitglänzende zum Ziel, sondern das, in harmo-monischer Gliederung des Ganzen, Zweckoollste der einzelnen Ein-richtungen. Jede Gemeinde besitzt ihre Primärschule, oder mehrerederselben; jeder Bezirk eine Mufterschule, als Vorbild der übrigen.Ein Seminar, ohnweit der Hauptstadt, zu Küsnacht, beschäftigtsich mit Bildung tüchtiger Lehrer für alle. An jene Anstaltenschließen sich die Secundarschulen des Landes an, welche den Ueber-gang zum Gymnasium, oder zur wissenschaftlichen Schule für Ge-werbe und Kunst, machen. Ungerechnet die Lehranstalten für Thier-heilkunde, für Blinde und Taubstumme u. s. w., kam zu allemnoch die im Jahr 1833 gegründete Universität.
Diese neue Schöpfung, von welchen Hindernissen sie auchimmerhin in den ersten Jahren ihres Daseyns bekämpft war, erhobsich, inmitten derselben, mit kräftigem Leben. In der Wahl ihrer geist-reichen Professoren und Privatdocenten ward nicht so sehr auf soge-nannte „europäische Namen" als auf Männer geachtet, welche, mitdem Verdienst gründlicher Gelahrtheit, die Gaben eines glücklichenVortrags vereinten. Dieser Vorzug ist nicht immer, man weiß es,bei akademischen Docenten vorhanden. Mancher literarische Heros,der ein Professor für Professoren seyn könnte, ist oft unfähig Jüng-lingen , die von Gymnasien kommen, seine Weisheit genießbar zumachen. Demungeachtet zählt jedoch die Hochschule Zürich's so er-lauchte Namen unter ihren Lehrern, wie irgend eine andere ihrerSchwestern. Ich könnte z. B. an die Philologen Casp. v. Orelli,oder Bremi, an die Naturforscher Oken und Rud. Schinz,an den Arzt Schönlein, an den Historiker I. I. Hottingeru. a. m. erinnern. Die ftudirende Jugend, deren Zahl sich baldanfangs über 299 erhob, kennt hier weder die alterthümliche„akademische Freiheit", noch die neuthümliche akademische Ruthe.