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spitze. Das Großmünfter, im byzantinischen Styl, daS Frauen-münfter und die Predigerkirche im gothischen, und andere alter-thümliche Bauwerke, heben ihre Thurme hoch über ein Gewühlvon beinahe anderthalb tausend Gebäuden durch die Lüfte, demFremdling in der Ferne zu verkünden, er nahe der Stadt, derenHandelsverkehr schon den Kreuzfahrern zur Eroberung des heiligenGrabes Kriegs- und Lebensbedürfnisse zuführte, er nahe der Hei-math vieler Gcifterfürsten, wie derGeßne r' s, der Bodmer' s,der Zwing li's, Orelli's, Lavater's,Hottinger's, Füßli's,Hirzel's, Peftalozzi's und anderer Unsterblichen.
Wenn der berühmte Benvenutv Cellini, der vor 200Jahren hierher aus Italien gekommen war, Zürich schon zu seinerZeit zierlich «wie einen Edelstein und der Bewunderung würdig"fand, weiß ich nicht, was er damals zu bewundern fand. Denndas innere Zürich, die „City," welche noch treulich die altreichs-städtische Physiognomie bewahret hat, mit allen winklichten, dun-keln, unebenen, oft steilen Gassen, zum Theil so eng, daß einachtbarer Mann, etwa von John Falstaffs Kaliber, sie noch heutnicht passiren darf, ohne Gefahr in der Klemme hängen zu bleiben,während sich Liebende aus den gegenüber stehenden Fensternküssen können,— sie ist wahrlich ziemlich unschön. Und die hohenrussigten Häuser, mit ihren scharfen Giebeln, Erkern, Eckfenstern(den Lieblingen lauersamer Neugier) lind anderm Zubehör mittel-alterisch-bürgerlichen Bangeschmacks, helfen keineswegs zur Milde-rung der architektonischen Uebelstände.
Was würde der florentinische Künstler des 16. Jahrhundertsaber sagen, wenn er die gegenwärtige blühende Stadt erblickte?Seit der Schleifung der Festungswerke ringsum, die im Jahre1833 begonnen worden, schwillt die Stadt weit nach allen Rich-tungen auseinander Eine fast zahllose Schaar junger Gebäude,viele derselben von edler Architektur, steigen von Jahr zu Jahraus dem Boden hervor. Es reihen sich neue Straßen zusammen.Im fröhlichen Wetteifer mit der Hauptstadt rücken ihr die be-nachbarten Dörfer mit ihren zierlichen städtischen Wohnungennäher. Vielleicht, ehe das Jahrhundert verstreicht, gewährendie Ufer des halben Zürichsees, links und rechts, den Anblickeiner einzigen ungeheuern Stadt, in deren Mitte die breite, präch-tige Wasserfläche von Barken, Frachtschiffen und Dampfbotenwimmeln wird. Bei dem steigenden Gewerbsfleiß und Wohlstandvermehrt sich im ganzen Kanton fortwährend, wie die Bevölke-rung, so die Zahl der Wohnungen, jährlich im Durchschnitt