Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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378
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8. Schloss Habsburg.

Kaum einer von allen Schweizerkantonen ist an klassischenStellen in der Geschichte der Alpenrepubliken so reich, als derAargau. Auch dies dankt er der Eigenthümlichkeit seiner geo-graphischen Lage. Es knüpft sich an den Namen fast jeder dereilf kleinen Städte des Landes eine historische Merkwürdigkeit.Die meisten jener großen, oder traurigen Erinnerungen, durchwelche das Schicksal der Eidsgenossenschaft so anziehend gewordenist, umringen aber besonders denWülpelsberg und den Reuß-ström, der kaum eine Meile von ihm entfernt, sich oort mit derAare vereinigt.

Der Wülpelsberg, wenn gleich nur ein Hügel, ragt mit sei-nem Rücken doch beinahe 3000 Fuß über den Spiegel des Mit-telmeers. Er trägt das Schloß Habsburg, das Stammhauseiner langen und glänzenden Reihe von Deutschlands Kaisern.Die fast tausendjährige Burg steht halb zerfallen in grauen Trüm-mern da, und überschaut die Gegenden, welche von seinen erstenBewohnern beherrscht worden sind. In den Ueberbleibseln wohntein Wächter, der, beim Gewahrwerden von Feuerbrünsten inder ausgedehnten Landschaft seine Lärmkanone zu lösen hat. Derviereckte Wartthurm, zu welchem im Jtinern siebenzig und einigeStufen emporleiten, ist mit seinen acht Schuh dicken Mauern,gleich andern alten Bauwerken, von gewaltigen unbehauenenSteinen aufgeführt. Er mahnt an Cyklopenmauern. Die Mengeder im Mittelalter errichteten Burgen ist wenigstens in so ferndem spätern Landbau einigermaßen nützlich geworden, daß mandazu die in der Umgegend auf den Feldern umherliegenden großenSteinmassen, als wohlfeiles Material benutzte und aufräumte.!

Noch im Jahr 1815 besuchte der ruhmwürdige Kaiser Franz II.auf seiner Reise durch die Schweiz, dann auch der jetzige Monarchder österreichischen Staaten, Ferdinand I. den Stammsitz derThronvorfahren. Im kaiserlichen Luftschloß zu Laxenburg, ohnweitWien, wird eine genaue Nachbildung der Ruine bewahrt. DerHabsburgische Kaiserftamm starb eigentlich aber schon mit der gros-sen Maria Theresia im Jahr 1780 ab, nachdem er über ein hal-bes Jahrtausend geblüht hatte. In der Schweiz selbst dauern in-dessen noch mehrere jener ritterlichen Geschlechter fort, welcheschvtt in den Tagen Rudolphs vonHabsburg bekannt waren,wie die Hallwyle in Aargau, die Re dinge in Schwyz, die