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stolze Ruine von Falkenstein. Eine Zeitlang war die Burgdas Gut jenes unglückseligen Nudolph von Wart, welcher,wegen seiner Theilnahme am Königsmorde Johannes von Schwa-ben, mit gebrochenen Gebeinen lebendig aufs Rad geflochten,von da herab seine verzweifelnde Gemahlin tröstete. Späterhauseten die Grafen von Bechburg in dem Schlosse, bis sich dieBaseler davorlegten und es zerstörten, weil die Raubritter ihrenvorbeiziehenden Kaufleuten eine Ladung Safran geplündert hatten.Diese Bechburg steht überhaupt fetzt noch in unheimlichem Ruf.Ihr Stammhaus Alt-Bechburg streckt jenseits Balsthal seinzerrissenes Gemäuer, über dem Bergdorf Holderbank, aus fin-stern Tannen hervor. Als im Jänner 1836 die Landleute derNachbarschaft Steine von den Trümmern, zu besserer Benutzungbrechen wollten, fanden sie mit Entsetzen im dicken Mauerwerkdas Geripp eines Menschen verschlossen.
Die Schweizer Bauern sind den guten, alten Ritterzeitennicht halb so zugethan, wie die deutschen Poeten. Wo sonstaltadeliche Raubmörder über Leibeigene herrschten, tönen fetztLieder der Freiheit. Blühende Dörfer, von Gewerb und Kunstund Landbau bereichert, verhöhnen die zerfallenen Thürme undBurgstätten der verschwundenen Dynasten. Balsthal, derzierliche Flecken am Fuß des Burgfelsens von Blauenstein,durch Waarenverkehr, Fabriken und Manufakturen belebt, wardfür das Schicksal und die Freiheit des Landes zum klassischenOrt, weil sich hier Abgeordnete des ganzen Solothurner Volks(22. Dezember 1836) vereinigten, die blöde Aristokratie vomJahr 1815 zu vernichten und die Grundlagen einer freienStaatsverfassung aufzustellen.
Aber dazu hatte das gewerbige Städtlein Ölten die ersteAnregung im Kanton gegeben. Es ist auf Felsengrund amAarstrom, an der Straße über den untern Hauenfteingelegen, malerisch von Außen unlieblich und finster von Innen,aber mit zierlichen Gebäuden umringt. Theils wissenschaftlicheBildung, theils Wohlstand mehrerer Bürger stellte sich vonfeher hier dem reichsstädtischen Herrenthum SolothurnS neben-buhlerisch entgegen. Jetzt, in errungener Freiheit, versprichtdas Städtlein, welches kaum noch anderthalb Tausend Seelenzählt, unter einsichtsvollerer Verwaltung zur Stadt heranzu-wachsen. Dazu wird die in den Jahren 1827—1836, mit einemAufwand von 266,289 Franken neuerbaute Kunststraße deSuntern HauensteiuS und der dadurch erleichterte Handels-