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er niederfährt. Ein sinniger Mann von Locle ließ es nicht unbe-nutzt. Es fehlte noch der Gegend an Mahlmühlen. Jonas Sandozbaute, es mögen hundert Jahre seyn, vier Mühlen dahin, senk-recht eine über die andre. Man steigt bei zweihundert Schuh tiefhinunter.
Es ist der Mühe werth, das Schauspiel des schauerlichen Wasser-grabes zu genießen, welches sich der menschliche Kunftsleiß dienst-bar zu machen wußte. Keinem ahnet die Größe und Furchtbarkeitdes Schauspiels, wenn er sich durch die einförmige Landschaft demOrte naht. Man erblickt Mühle und Wohnung des Müllers, durcheinen Fahrweg von andern Gebäuden getrennt. Links und rechtsragen hohe nackte Felszinken empor, wie phantastische Thürmegestaltet, da und hier durchlöchert zum Herausschaun; zwischenbeiden eine siebenhundert Schuh hohe Felsenbank, die bequem zuersteigen ist. Man nennt sie Culdes Noch es. Niemand betrittsie zum erstenmal, ohne droben von dem überraschendsten Anblickbetroffen zu werden. Man sieht die Ebnen Frankreichs und weitin die Ferne hinaus. Zu Füßen strömt ruhig der Doubsftuß zwi-schen grünen Wiesen. Einzelne Häuser mit kleinen Gärten ruhnam Ufer; Heerdenvieh irrt einzeln durch die Flur.
Im Mühlgebäude selber führt, vom obern Mühlenwerk, einein Fels gemeißelte Treppe, wie in einen Keller hinab. Aber derKeller erweitert sich. In der Finsterniß drunten arbeitet eine zweite,weit tiefer noch eine dritte, und noch tiefer eine vierte Mühle.Dasselbe Wasser, welches die obern Werke und Räder treibt, stürztauf die untersten, wo dann ein Felsenrachen, den man, wie ähnlicheandre, in der Landessprache Chaudivre nennt, zuletzt alle Flutenverschluckt. Das Stampfen, Rollen und Lärmen der Mühlen indiesem Abgrund, über und unter uns, welche die vorhängendenKlippen zu zermalmen drohn; das Durcheinandersausen, Pfeifenund Donnern der herabfahrenden Wogen, die sich zwischen den fin-stern Labyrinthen des Gesteins tausendfach zerschlagen; der trübeSchimmer der Lampen, ihr unheimlicher Wiederglanz von den feuch-ten Umgebungen, durch welche schaumweis die Hangenden Wellenwandeln und wo sich Alles, Flut und Fels, durcheinander zu be-wegen scheint — es ist wie ein Vorhof der Hölle, worin, statt derFeuerflammen, tanzende Wassersäulen gaukeln und rauschen. DieChaudiöre, oder der Kessel, in welchem sich das Wasser zu denunbekannten Eingeweiden der Erde verliert, liegt noch 30 Schuhunterhalb der tiefsten Mühle.
Aber das ist nicht das einzige Werk dieser Art im Lande. Fast