Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
342
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Sonst zählte das kleine Land sieben Jndiennefabrssen; jetzt nursechs derselben; aber diese liefern weit mehr Waare, als sonst diesieben. Den ersten Versuch in dieser Fabrikation machte im Jahr1730 ein Blaufärber im Val de Ruz. Man schlägt jetzt die An-zahl der jährlich verfertigten Stücke auf 120130,000 an, jedeszu 16 Ellen, und den Taglohn der Arbeiter durchschnittlich auf7 Sous. Wahrlich ein geringer Lohn! Und doch leben die Leutedabei ganz anständig, ohne Mangel.

Wie könnten die schweizerischen Fabriken überhaupt mit denendes Auslandes, selbst mit denen Englands, trotz allen verhäng-ten schweren Gränzzöllen und Zollvereinen, concurriren, wennder Taglohn theurer wäre; wenn hier nicht die Alles segnendeFreiheit des Gewerbs und Verkehrs bestände; wenn hier nicht dieNatur zum Betrieb der größten Maschinenwerke hülfreich ihreWasserschätze in Fülle böte; wenn hier nicht die Kargheit desBodens den menschlichen Geist zwänge, erfinderisch zu werden?Trotz der geringen Taglöhne, vernimmt man in der Schweiz nichtsvon jenen Zusammenrottungen, Ausschweifungen und Ausständender Fabrikarbeiter, welche in den großen Gewerbsstädten Frank-reichs, Englands und Deutschlands keine Seltenheiten sind. Inder Schweiz wohnen die Arbeiter nicht in Städten massenweisebeisammen, sondern zerstreut in benachbarten Dörfern und Wei-lern. Sie leben nicht blos von Beschäftigungen in den Fabriken;die Familien haben in den Dörfern Eigenthum, Haus, Wiese- undAckerland, welches sie in Früh- und Spätftunden des Sommersanbaun. Der Gewerbsherr ist von ihnen eben so abhängig, alssie es von ihm seyn mögen. Beide stehn einander frei gegenüber.Die Fabriken selbst werden nicht blos in Städten aufgestellt, son-dern in und neben Dorfschaften, wo ein Strom, ein Bach durchsein starkes Gefälle dazu einladet und Arbeiter um mäßigen Lohnzu haben sind.

Doch Uhren und Spitzenklöppeleien sind betweitem nicht alleindie Beschäftigungsarten des neuenburgischen Volks. Da ist nocheine Menge der Werkstätten zur Verfertigung von mechanischenInstrumenten, Schnallen, Knöpfen, Messern u. s. w. Mit gleichemEifer und Glück wird Alpenwirthschaft, Viehhandel und Vieh-mäftung betrieben, meistens mit besserm Geschick als in den soge-nannten Hirtenländern. Die neuenburger Käse haben Ruhm undGüte der besten Greierzer Käse. Das Val de Ruz widmet sichbesonders der Landwirthschaft. Vier bis fünftausend Morgen Reb-landes in den untern Gegenden längs den Seeufern erzeugen bei