Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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außerordentlichen Schauspiels wendet sich der Zug der 'Bergpilgerzu dem der Zwillingsgletscher, welche drunten im fruchtbarenThal von Grindelwald zwischen zerrissenen und eisbelaftetenFelswänden hervorzuquellen scheinen. Noch vor kaum dreihundertJahren führte dort ein offner Paß mehrere Stunden wegs überdas Gebirg ins Wallis, von wannen selbst Kindtaufen und Hoch-zeitsleute zur Kirche von Grindelwald kamen. Heut ist Alles vonunvergänglichen Eislagern verrammelt, deren überfrorne, tückischeSpalten das Grab des Kühnsten werden können. Nicht jeder kannvom Glück reden, wie der Grindelwalder Wirth Christian Bohren,im Jahre 1787, der, als er zum Gletscher zwischen dem Wetter-horn und Mettenberg hinaufging, das Eis unter seinen Füßenweichen fühlte, und in eine Spalte, 04 Fuß tief, hinunterstürzte.Mit gebrochnem Arm lag er unter dem ungeheuren Eisgewölbeam Boden, ein Lebendigbegrabner. Nur das abfließende Wasserzeigte ihm in der Finsterniß einen Weg der Rettung. Er folgtedem Lauf desselben, auf Bauch und Knieen, unter Todesangstund Schmerzen sich fortschleppend, und erblickte mit Entzückendas Tageslicht wieder.

Das Thal von Grindelwald, mit seinen Hütten von Kirsch-bäumen beschattet, mit seinen dunkelgrünen Wiesen, da und hiervon kleinen Beeten unterbrochen, die mit Roggen und Gerste be-säet sind, mit der erhabnen Wildheit der Felsenberge und Firnendie sich in den Wolken des Himmels verirren, macht alle Schön-heit des gefeierten Chamounythals vergessen. Mancherlei Fußwegeführen hinauf in die höchsten der Alpen, auch zu der höchstenaller menschlichen Wohnungen unsers Weltthcils. Bisherhatte dafür das Hospiz auf dem St. Bernhardsberge (7880 Fußüber dem Meer) gegolten; seit dem Jahr 183'1 aber nicht mehr.Denn 8140 Fuß erhaben über dem Meer, am Gipfel des Faul-horn's, liegt auf verebnetem Platze, ein drei Stock hohes Gast-haus, mit allen Bequemlichkeiten für Reisende ausgestattet. Nord-wärts verdämmert ihnen da in der Tiefe alles Land weit umher;südwärts, wohin die Fenster der Zimmer, des Gesellschafts- undSpeisesaals, gerichtet sind, hat es das Auge nur mit Eismeerenund einsamen Felsgipfeln der höchsten Berge zu thun. Man siehtdie aus dem Abgrund der Urmeeve hervorgebrochnen, durch un-bekannte Gewalten himmelwärts gehobnen Eingeweide des Erd-balls, wie sie in schauerlicher Zerstörung erstarrt und leblos da-lieaen. 7>?r Mensch verschwindet auf diesen Weltruinen, neben