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revolutionslustig oder um jeden Preis ein andres Loos suchend,brüteten sie den bewaffneten Einfall in Savoyen aus, der durchdie Kantone Genf und Waadt aber vereitelt wurde. Nun Vor-würfe von sämmtlichen Nachbarmächten über etwas, das nicht zuverhüten gewesen war. Hatte doch die französische Regierung selber,trotz ihrer stehenden Heere und thätigen Polizeien, nicht einmalden gleichzeitigen Zug der Polen unter dem General Romarino,auf französischer Seite, nach Savoyen verhindern können!
Die Schweizerkantone, mit ihnen auch Bern, hatten fernermehrern verfolgten politischen Flüchtlingen der angrenzenden LänderAsyl bewilligt. Die Aufgenommenen waren undankbar genug, eszu revolutionären Verbindungen und Verschwörungen gegen deutscheGrenzftaaten zu mißbrauchen. Obgleich die Schweizerregierungen,nach Entdeckung der verbrecherischen Anschläge, mit Strenge gegendie Fehlbaren einschritten, wurden jene von deutschen Fürsten mitVorwürfen und Drohungen überhäuft, den Unfug nicht früherverhütet zu haben. Und doch hatten diese Fürsten selber, trotz ihrerPolizeien und stehenden Truppen, weder revolutionäre Verbindun-gen, noch Hambacher Feste, noch den Aufruhrversuch in Frankfurtam Main verhüten können.
Bekanntlich machte sich das französische Ministerium zum Für-sprecher der klagenden Nachbarmächte, man weiß nicht, aus welchemGrunde? Denn jene Flüchtlinge hatten gegen Frankreich keine Plänegebrütet. Der Gesandte dieses Reichs zu Bern, Herzog v. Monte-bello, im geselligen Verkehr mit aristokratischen Familien, vonihnen und nach ihren Ansichten über die Zustände der Schweiz be-lehrt, berichtete vermuthlich seinem Hof in gleichem Sinne. Gestütztauf die vom Ministerium Thiers empfangnen Weisungen, erließder junge Diplomat die von Frankreich und ganz Europa mißbillig-ten Noten, in welchen, mit gebieterischem Stolz und Drohen, wiesich Napoleon selber nie gegen die Schweiz erlaubte, aller Selbst-ständigkeit eines Staats, allem Völkerrecht, allem Ehrgefühl einerNation Hohn geboten ward. Ein Schrei tiefer Entrüstung gegenFrankreich durchlief alle Gauen des Landes, von den Alpen bis zumJura. Würdevoll, mit Aufstellung schlagender Thatsachen, antwor-tete die Tagsatzung im Namen der Eidsgenossen. Das MinisteriumTbiers trat aber von der Bühne ab, und das doctrinäre Mini-sterium Molv übernahm, noch eh' es die Lage der Dinge nurdurchschaut hatte, die Verantwortlichkeit für die Mißgriffe seinesVorgängers. Den Knoten des politischen Drama's noch enger zuschürzen, spielte sich in den Ernst des Schauspiels ein komisches