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Kantoll Bern.
1. 6ern.
tNer lediglich des Berufs ist, bei einigen hübschen Schweizer-bildern, als Erklärer zu dienen, muß in keino geringe Verlegenheitgerathen, von einem Kanton, der unter allen, und in allen Rich-tungen, am meisten von europäischen und amerikanischen „Touristen"durchstreift wird, Neues, oder von dem größten Freistaat derEidsgenossenschaft, im engen Rahmen eines Miniaturgemäldes,das Wesentlichste der vielen Merkwürdigkeiten zur Schau zu brin-gen. Denn von den vergletscherten Kulmen der höchsten Alpenherab, bis zur Nordseite des Juragebirgs, dehnt sich sein Flächen-raum mit 173 geographischen Geviertmeilen aus. Eiue Bevölkerungvon mehr als 400,000 Seelen belebt ihn, von welcher der achteTheil französisch spricht und meistens zur katholischen Kirche gehört,während die sieben übrigen Achtel deutscher Zunge und evangelischenBekenntnisses sind. Der einzige Kanton begreift also beinahe einFünftel vom gesammten Umfang der Schweiz und ihrer ganzenVolkszahl in sich (jenen zu 875 Geviertmeilen, diese zu mehr alszwei Millionen gerechnet).
Die erst ein halbes Jahrtausend alte Hauptstadt des Landes,beinah in dessen Mitte gelegen, ist unter den übrigen Städten derSchweiz am zierlichsten, wenigstens am regelmäßigsten, auf ihrervon der Aare umgebnen Landzunge gebaut, aber schon so vielfachbeschrieben, daß ich von ihren Alterthümern, Denkmalen, öffent-lichen Gebäuden, Bibliotheken, gemeinnützigen Anstalten, Stiftun-gen für Kunst und Wissenschaft, prachtvollen Aussichten auf denSilberkranz der Alpen, Spaziergängen n. s. w. billig schweigen