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2 (1838)
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verbrannte. Noch vor etwa zehn Jahren konnte sich ein fröhlicherBauchredner glücklich preisen, daß er den Bauern entwischen konnte,die ihn wegen seiner scherzhaften Kunst in den glühenden Backofenschieben wollten.

Im Ganzen hängt das weibliche Geschlecht dem Altherkömmlichenviel treuer an, als das männliche, selbst im Herkommen der Kleider-tracht. Und überzeugt von den Eroberungen, welche die Altmütterin ihrem Putz gemacht haben, versuchen es auch deren Urenkelinnenin demselben Costume, und nicht ohne Glück. Man muß übrigensgestehn, die buntfarbigen Gewänder, Bänder, Verzierungen,selbst die ungeheuren Wülsten falscher, ausgestopfter Haarflechten,die sich um den Scheitel zusammenringeln, lassen den jungenschlanken, frischen, großäugigen Schönen gar nicht übel, wenn sieauch den ältern selten zierlich stehn. Rühmlicher, als der Geschmackin Putzsachen, ist aber die noch herrschende Sittenreinheit derländlichen Schönen, ungeachtet hier, wie in der übrigen Schweizdie nächtlichen Besuche und Kiltgänge der Liebenden bei den Ge-liebten keineswegs aus der Mode gekommen sind. Unter 199 ehe-lichen Geburten zählt man indessen doch jährlich auch wohl l 5 16uneheliche; freilich noch nicht soviel, wie in Frankreich, wo dasneunte, oder gar in Paris, wa das dritte Kind illegitim ist.

Bei der treuen Borliebe für Art und Weise der alten gutenZeit (bon vieux tems) der Väter, ist im Ganzen der Wohlstanddes Volks sehr mäßig. Großgewerbe wurzeln schwerlich an, wie inandern, zumal protestantischen, Kantonen. Doch hat sich inSemsales eine Glasfabrik aufgethan, die bei 159 Menschenbeschäftigt; und die zarten Arbeiten des Strohgeflechts, dem sichein großer Theil, besonders der weiblichen Bevölkerung, widmete,warfen dem Lande, ehe ringsum die Einfuhrzölle der Nachbar-staaten den Absatz um ein Drittel schwächten, einen jährlichenGewinn von etwa 349,999 Fr. ab. Wiesenbau und Alpenwirth-schaft verloren durch jene nachbarlichen Zollerhöhungen nicht minder.Ehe sie erschienen, führte man jährlich bei 49,999 Centner Käsenach Frankreich und Piemont aus; seit dem kaum viel über dieHälfte. So in vielem Andern. Selbst die ehmalige Industrie derPatrizier-Familien trägt nichts mehr ein, nämlich die Leiber ihrerSöhne in fremden Kriegsdienst zu vermiethen. Noth wirdendlich erfinderisch machen. Den Verkehr zu erleichtern werdenwenigstens schon gute Landstraßen durch den Kanton gezogen. Manwird endlich andern Gegenden der Schweiz nachahmen, weil esnichts weniger, als angenehm ist, die Verse des Volksliedes (doravule)