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2 (1838)
Entstehung
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291
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hoffen, dabei mehr, als je vorher zu gewinnen. Die katholischenDemokratien im Gebirg, wie Wallis, Uri, Schwyz, Unterwalden,Tessin und Appenzell-Jnner-Rhoden stellten angenehme Beispieleauf, daß ein unwissender, frommgläubiger Souverän durchniemanden leichter, als durch den Beichtvater geleitet werdenkönne. Die Priefterschaft, in allen Gemeinden zahlreich verbreitet,in die Geheimnisse der Haushaltungen eingeweiht, deren männ-liche und weibliche Genossen mit den Fesseln des Gewissens anAltar und Kirche geknüpft sind, konnte sich, durch den Grundsatzder Volkssouveränetät, als Souverän des Souveräns betrach-ten, ohne den Namen zu tragen; konnte den Wahlmännern diezu wählenden Gesetzgeber, Richter und Obrigkeiten bezeichnen,welche der Kirche am meisten ergeben zu seyn schienen; konntevor Andern, die zu fürchten waren, als vor Aufklärern, luthe-rischen Irrgläubigen, Freimaurern und dergleichen imNamender Religion" warnen; konnte durch ihre Begünstigten im großenRath auf die Gesetzgebung, und durch ihre Getreuen im Staats-rath auf die Vollziehung einwirken. So ward die Demokratiezum eigentlichen Priesterstaat, worin die weltlichen Obrigkeiten,nach den Eingebungen des kirchlichen Interesses, zu handelnund zu wandeln hätten.

Wirklich stellte sich das freiburgische Gemeinwesen seit 1839schon ziemlich in dieser Gestalt dar. Der Stamm des souveränenVolks, vom Epheu des Clerus umflochten und durchsponnen undvon tausend kleinen Wurzeln desselben durchdrungen, gab von seinerKraft und seinem Leben diesem Frische und Höhe. Am reichlichstengediehen dabei die Väter der Gesellschaft Jesu. Freiburg warddie wahre Hauptstadt und Pflanzschule des erneutenJesuitenordens für Europa. Imposant, wie die Gebäudeund Palläste des Jesuitencollegiums, des Pensionats und Semi-nariums in Freiburg, ist die Zahl der Jünger Loyola's und derunter ihrer Leitung stehenden 1299 Zöglinge, nicht aus derSchweiz nur, sondern aus beinah allen katholischen StaatenEuropens. Vom freiburgischen Mutterstamm werden Absenker inandre Länder verlegt. Der erste grünte schon im Jahr 1836 imdemokratischen Schwyz, wo ein neues Collegium errichtetward; mit entfernter« Reichen wird unterhandelt, und Hoffnunglebt, die Riesengestalt desjenigen Ordens wieder erscheinen zu sehn,der am Tage seiner Auflösung durch Ganganelli, die Welt in 49 Pro-vinzen getheilt, darin 1,538 Cvllegien gegründet hatte, und 22,589Mitglieder zählte, von denen 11,293 priesterliche Würde trugen.