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zu behaupten. Dies gab dem Priesterthum mit dem deutlichernBewußtseyn eigener Ueberlegenheit, Zuversicht, die weltliche Hoheitselber in eine Dienerin verwandeln zu können, wenigstens von ihrnicht mehr den Widerstand zu befürchten, welchen sonst die alteAristokratie von Zeit zu Zeit bewiesen hatte. Dies -mußte um sotröstlicher in Tagen seyn, da sich, selbst in Freiburg, von ganzandrer Seite her, ein Gegner der priesterlichen Herrschaft zeigte,der furchtbarer drohte, als alle Macht eines eifersüchtigen Pa-triciats.
Die sieben Revolutionsjahre der Schweiz hatten nämlich denmorschen Formcnbau des Alterthums gebrochen. Er, den man fürunvergänglich gehalten, war beim ersten Berühren aschenhaft, wieein mehrhundertjähriger Leichnam in sich zusammen gefallen. EineMenge neuer politischer Staatseinrichtungen kam und verschwandvor den staunenden Augen des Volks, wie auf den Brettern einerSchaubühne deren wechselnde Decoration, die stets eine andreWelt hinstellt. Unter diesem unaufhörlichen Wandel der Dinge,worin eine Revolution die andre verzehrte, alte Gewohnheitenzerrissen, alte Vorurtheile verflogen, war, mit außerordentlichenErfahrungen, eine Menge neuer Kenntnisse, Begriffe und Bedürf-nisse in die Völkerschaften eingedrungen. Erleuchtete Männer,welchen bisher Aristokratie und Priesterschaft Schweigen gebotenhatte, weihten ihre Kraft einer bessern Belehrung und Bildungder lange verwahrloseten Volksmasse. Selbst einzelne Geistliche,selbst einzelne Mönche widmeten sich dem menschenfreundlichen undheiligen Geschäft. Die Franziskaner und Augustiner von Freiburgübernahmen den öffentlichen Unterricht der Jugend in den Primar-und Secundarschulen. Wie in den protestantischen KantonenPestalozzi und Felle nberg, erwarb sich in den katholischenGegenden der Schweiz, besonders in Freiburg, der Franziskaner,Pater Gregor Girard, unvergeßliches Verdienst um Verbesse-rung des Volksschulwesens. Dies Alles hatte bessern Aufschwungim Jahr 1804 begonnen. Bis dahin konnte man in den Dörfernselten lesen und schreiben. Es hielt oft schwer, nur einen Vieh-inspektor zu finden, der die Register des Viehstandes führen unddie Gesundheitsscheine ausfertigen konnte. Traf der Bauer jemandenlesend, so war seine gewöhnliche Anrede: „Gelobt sey Jesus Christ!Ihr seyd in der Andacht." Dem Pfarrer gehörte in den meistenHaushaltungen der Gemeinde das schwere Denkamt selbst in bürgerlichen Angelegenheiten.
Dieser lautgewordene Eifer für Volksbildung war nun der
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