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Hab' ich nun Coppets gedacht, so darf ich auch wohl Pran-gins erwähnen, das unweit davon, zwischen Nyon und Rolle,seine gewaltigen Mauern malerisch erhebt. Diese Burg alter Baroneward, nach mancherlei Schicksalswechseln endlich das Asyl einesMannes, der, mit einem ihm geschenkten Zepter, erst zwei Jahrden schönen Boden Neapels, dann fünf Jahre das spanische Reich,als König, beherrscht hatte. Nicht lange verweilte Joseph Na-poleon in Prangin, da sein Bruder das Exil von Elbaverließ. Aber der Bluttag von Waterloo ließ ihn Prangin,Europa und alle königlichen Hoffnungen vergessen. Er floh, alsGraf von Survilliers, in den Frieden der nordamerikanischen Frei-heit. Schönere Erinnerungen, denn diese, umschweben indessennoch das unschöne, gothisch aufgethürmte Schloß von Nyon.Hier lebte einst der gute Landvogt, der weise Karl von Bo li-ste tten, der Geliebte des Volks. Er verwandelte den altenRittersitz in einen freundlichen Tempel der Musen. Hier lebtenSalis,Friedrike Brun und die Weisen Genfs mit ihmglückliche Tage. Hier begann Johannes Müller sein un-sterbliches Geschichtwerk, und sang Matthison sein Lied an denGenfersee.
3. Grandson.
Den berühmtesten Namen unter allen Burgställen des Paysdes Vaud trägt Grandson, ans einem Hügel am südwestlichenEnde des Neuenburger Sees. Die schwerfällige Masse des Schlossesselbst, sein hohes finstres und weitläufiges Gemäuer, mit kleinen run-den, von Spitzdächern bedekten Thürmlein, dieWalter Scott mitPfefferbüchsen verglichen haben würde, stellet sich zwar, neben demruhigen See, ungemein romantisch dar, zeigt jedoch keine andreMerkwürdigkeit. Eben so unbedeutend, oder noch unbedeutender,ist dabei das ärmliche Städtlein. Allein der Name Grandsonmahnt an einen der schönsten Tage der Schweizergeschichte. Vordiesem Schlosse brach bekanntlich Karl der Kühne, Herzog vonBurgund, sein fürstliches Wort gegen die tapfre Besatzung derEidsgenossen, als sie sich, nach zehntägigem Widerstande, seinenWaffen übergeben hatte. Ihrer Hunderte ließ er an den Bäumenaufhenken; ihrer Hunderte an Seilen im Wasser des Sees umher-zerren, bis sie ertranken. Aber noch in der Nähe dieses Schlossesereilte ihn die Rache der Eidsgenossen. Zwischen Gebirg und See