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XVI.
Kanton Waadt.
1. Lausanne.
Äm Ufer des Leman, eine Viertelstunde von ihm entfernt,liegt auf drei Hügeln das alterthümliche Lausanne, mit seinenzwölfhundert und mehr Häusern, engen hoch auf und absteigendenGassen und mehr denn 11,000 Einwohnern. Aber die prachtvollenUmgebungen, die Bilder des freundlichen, rebenreichen Ufers linksund rechts, die schimmernde weite Ebne des Sees, die noch1150 Fuß über dem Meere erhaben liegt; dahinter die aus seinerFluth gleichsam zum Himmel aufschwebenden Hochgebirge Savoyens;dann in der Stadt der Wohlstand, der natürliche Frohsinn, dergesellige, feine Ton, das wissenschaftliche Leben der Einwohner,machten von jeher Lausanne, wie Genf, zum Lieblingsweiler zahl-loser Fremden und Reisenden. Die ganze Landschaft ringsum isteine Verkettung von reizenden Anlagen, schattigen Lustgängen,Gärten, überraschenden niedlichen Wildnissen der Natur, und Land-häusern im edelsten Geschmack hingestellt. Hier, auf seiner Lieb-haberbühne, führte einst Voltaire zuerst seine Zaire auf; hierlegte Gibbon einst die letzte Hand vollendend an sein Meisterwerkvom Verfall und Untergang des Römerreichs. >
Die Stadt, jetzt (seit 1798) Hauptort des Kantons Waadt,und eines freien Volks von etwa 178,000 Seelen auf dem frucht-baren Raum von siebenzig Geviertmeilen verbreitet, war vorher,seit drittehalb Jahrhunderten, Sitz eines Berner Landvogtes, undnoch vor ihm der tausendjährige eines Bischofs gewesen. Noch stehtauf der Höhe der nördlichen Stadtseite die breite, viereckte Stein-masse des bischöflichen Schlosses seit dem dreizehnten Jahrhundert.Diese alterthümliche Burg, mit Thürmlein an ihren Mauerwinkelnund spätern Angebäuden versehn, bezog nach Entfernung des Bischofes,