Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
262
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Seine Schriften sandten Licht dnrch Europa. Wie viele ihn ver-wünschten, so viele vergötterten ihn. Das Uebertriebene undUnhaltbare in seinen Darftellungen flog endlich, wie leichte Spreu,in der Schwinge der Zeit vom Waizen ab; aber der Waizenblieb und trug seine Früchte. Die Verfolger der Wahrheit undVolksaufklärung sind zu allen Zeiten die thätigsten Verbreiterderselben gewesen.

Auch Voltaire, der Nebenbuhler von Rousseau's Wirksam-keit und Ruhm, wohnte eine Zeitlang zu Genf, oder vielmehrin dem schön gelegnen Landhauseles Delices" bei Genf,welches er in den Versen: 0 inui8vu o Fürstin«

<1'Upieure! so begeistert besang. Aber auch er ward durch dieIntoleranz der damaligen Genfer Geistlichen und ihres Zeloten-Gefolges, bald von da vertrieben, worauf er sich nach Lausannebegab, bis er das arme Ferney mit dessen acht Strohhüttenkaufte, und sich im Jahr 1759 daselbst anbaute. Ferney ist nuranderthalb Stunden von Genf entfernt. Dnrch Voltaire's Geistund Thätigkeit erwuchs das vorher unbedeutende Ferner zum ge-werbfleifsigen Ort, der, als der große Mann (1779) starb, alsonach zwanzig Jahren, schon 89 Wohngebäude und 1299 Einwohnerzählte. Gegenwärtig erblickt man da einen artigen Flecken mitbeinah anderhalbhundert Häusern, anderthalbtausend Einwohnern,einer evangelischen und einer katholischen Kirche. Das ehmalige Kirch-lein aber, welches Voltaire gebaut hatte, ist nun zu eng gewordenund steht leer. Der Restaurationseifer des Jahrs 1814 riß auchüber der Pforte des Kirchleins Voltaire's Deo eroxit ab. Aber seinvon ihm gebautes Landhaus oder Schloß, wie man's nennt, aufeiner leichben Hohe neben dem Ort, steht noch; und das vonihm bewohnt gewesene Zimmer befindet sich in demselban Zustandeerhalten, wie es ohngefähr zur Zeit des Dichters war, das heißt,wie es etwa 69 Jahre zu bleiben gestattet haben. Dies Haus,besonders des Dichters Wohnzimmer, wird noch immer fleißig vonder reisenden Neugier besucht. Ich bin kein Liebhaber solcher Re-liquien; nicht einmahl des Glücks, berühmte Manner in ihremLeben persönlich kennen zu lernen, weil sie dabei für mich ge-wöhnlich zuviel einbüßen; allen Heiligenschein, mit welchem siemeine Verehrung umwebt hat. Gestalt, Kleidung, Stimme, Blick,Vewegungsweise, jede Art zu seyn, pflegt ihnen, nach Maas-gabe ihrer außerordentlichen Geisteseigenschaften, unsre freigebige