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heit erndtete; eine andre, als welche man in den katholischen Hir-tenkantonen, unter priefterlicher Obhut, bei persönlicher Unge-bnndenheit und geistiger Umschranknng, seit Jahrhunderten pflückt.Staatsverfassungen, republikanische oder monarchische, sind ebennur Formen, in denen Nationen, gegliedert zu einer einzigenGestalt, als selbstständige Wesen gegen einander erscheinen undhandeln. Die wilden Indianer an den Quellen des Oronokound M issi sippi haben auch ihren republikanischen Unabhängig-keitsstolz; sie sind frei, aber wild. Wer mögte zu ihnen gehören?
Seit den frühesten Tagen des Mittelalters rang Genf umden Preis eigner Selbstständigkeit, hernach innerer Freiheit. An-fangs war die Stadt mit ihrem Gebiet nur Lehn der Bischöfe.Im Kampf der Kirchenfürsten mit dem weltlichen Adel, erweiter-ten die Bürger, klug und entschlossen, ihre kärglichen Rechtsame;erhoben schon im elften Jahrhundert ihre Heimath zu einer Reichs-stadt, und die Gewalt ihres Rathes über die des Bischofs. Dannim langen und blutigen Hader mit den ländersüchtigen Herzogenvon Savoien, schlugen sie diese von ihren Mauern zurück, undvertrieben sie den Bischof selbst, sammt seinen Mönchs - undPriesterschaaren, zur Zeit der großen Kirchenreform. Nach diesenSiegestagen folgten im siebenzehnten und achtzehnten Jahrhundert,bei äußerer Sicherheit, die Zeiten der Ruhe, des friedlichenErwerbs, des Aufftrebens in Kunst und Wissenschaft, des wach-senden Reichthums. Daneben aber entwickelte sich, mit dem Still-stand politischer Entfaltung, auch Fäulnis des Gemeinwesens,Vermoderung des alten, edeln republikanischen Znstandes zu ari-stokratischer Spiesbürgerei. Man sah, auf einem engen Gebietvon zwei geographischen Geviertmeilen, eine kleine Bevölkerung vonkaum 35,000 Menschen, in schneidender Ungleichheit ihrer Rechteund Ehren aus einander scheiden und in ein halbes Dutzend widereinander eifersüchtiger Bürgerklassen gerinnen. Am tiefsten standendie Bewohner der Landschaft. Sie waren Unterthanen derFreien. Die Begünstigten der Unterthanen konnten in den Rangder Hintersassen (vomioilies) emporsteigen, das heißt in derStadt wohnen und in der Miliz dienen/selbst untere Grade in der-selben bekleiden. Aber sie hatten nicht einmahl das, wenn auchbeschränkte, Recht, Handel und Gewerb zu treiben. Dies genossenerst die Mitglieder einer höhern Klasse, die in den allgemeinenNamen der Einwohner (Ilabitnnts) begriffen waren. ErstNachkommen derselben, die in der Stadt Eingebornen (iVntiss)Lunten sich für ihre Industrie ausgedehnterer Rechtsame erfreun,