Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
251
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blanc, seit dem Jahre 1786, schon vierzehnmal von kühnenSchweizern, Engländern, Polen, Kurländern und Amerikanernglücklich erklimmt wurde; immer mit Lebensgefahr, oft mit Lebens-verluft Einzelner aus den Wandergesellschaften.

Wie unüberfteigbar auch und graunvoll die lange Scheidewandder Hochalpen zwischen Wallis und Italien ist, führen dem un-geachtet fast aus allen südlichen Seitenthälern im hohen Sommerüber die ewigen Firnen Bergpässe: freilich nur für Fußgängervoll Muthes. Indessen werden manche selbst von Saumrossen,zum Waarentransport, wenige Monate des Jahres hindurch be-treten. Es bleibt eine meiner schönen Erinnerungen, als ich, vomwallistschen Egin entha l aus, die Höhe des Gri esg letsch erserreicht hatte, zwischen den Granitgipfekn des Albrun und desNovena; und mir durch die Todtenstille der leblosen Eisweltplötzlich freundliches Geläute von Schellen und Halsglocken entgegen-klang. Ein langer Zug schwerbelafteter Pferde, eins dem andernfolgend, von wenigen Führern begleitet, erschien aus der Ferneüber der Schneefläche, indem sich die Umrisse desselben scharf amHimmel hinter ihm zeichneten. Eine Handelskaravane in der stummenEinöde der Gletscher, eine Handelsflotte in der unsicher» Einödedes Oceans, gleicher Bewunderung würdige Schauspiele, zeugenmit gleicher Kraft von der Macht des Menschengeistes, der, gegenalle Hindernisse der Natur, Völker durch den Verkehr mit Völkernverknüpft, die von Weltmeeren und himmelhohen Schneegebirgengeschieden sind.

Unter allen Bergpässen des Wallis aber ist die prächtige vier-zehn Stunden lange Straße des Si mp lon s der vornehmste. DiesRiesenwerk, welches auf Napoleons Geheiß, mit einem Aufwandvon 18 Millionen Franks, binnen vier Jahren (seit October 1862)vollendet ward, kann hier nur genannt, nicht beschrieben werden.Unter den 22 Brücken über Abgründen ist die Ganthenbrückeeine der am wenigsten genannten, und doch durch ihren solidenund kunstvollen Bau und durch die wilde Umgebung der Vor-alpen eine der bemerkenswerthesten. Es ist in dieser Gegend weitum ein wunderbares Aufwallen der Berge, als hätte sie derkochende Erdengrund, wie Schaumblasen über Schaumblasen, auf-geworfen, bis der weiße Gischt sich über alle in Gletschern, Fir-nen und Schneefeldern ausbreitet; links das silberne Bortel-horn, in der Mitte die hohe Pyramide des Für ken-Ba um-Horns; rechts Alle übergipfelnd in hoher Kuppe abgerundet,das Masenhorn. Unter den sechs durch's Urgebirg gesprengten