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sich neben einem Vorsprunge des Gesteins, über einem entsetzlichenAbgrund schwebend, Schlafkammern, Zimmer mit Ofen, Kapelle, Wein-keller u. s. w. in die Masse des Urgebirgs hineinzumeißeln, welchesallmählig verwittert und zerbröckelt. Man Hanset da nicht ohneLebensgefahr. Vor 30 oder 46 Jahren brach ein gewaltiges Stückvom Felsen der Einsiedelei ab und stürzte zermalmend in die Tiefe.Und doch horsten dort immer noch zween Waldbrüder. Selbst ihrTrinkwasser, wenn es im nahen Brunnen fehlt, müssen sie, anden Felsen hinankletternd, aus einer höhern Quelle suchen unddas Leben daran wagen. Einer der Eremiten hat es gewagtund verloren.
Berühmter, und bequemer dabei, ist ein andrer Wallfahrtsort,nahe beim Städtchen Sion. Es ist eine artige Kapelle neben denRuinen von Valeria, in welcher seit dem 1.1696 die Gebeine einesgroßen Teufelsbanners und Wunderthäters, des Chorherrn MatthiasWill, ruhn. Er hat durch Intervention seines Gebets mehr Krank-heiten geheilt, als der Fürst von Hohenlohe, und weit mehrnoch nach seinem Tode, als im Leben. Es gibt wenige Wochenim Jahr, in denen nicht Kranke und Lahme, oder "vom TeufelBesessene" zu dieser Kapelle Zuflucht nehmen. Das Bild des himm-lischen Günstlings sieht man in allen wohlhabenden Häusern desLandes; und so groß ist Ehrfurcht und Vertrauen der Walliserzu ihm, daß sie darüber fast die Schutzheiligen des Landes Theodulund St. Mauritius ganz vergessen haben. In der That ist auf-fallend, daß der Chorherr, der im Himmel soviel durch seinWort vermag, doch eben so wenig, als Niclaus von der Flue,durch die römische Curie canouisirt und im Kalender zu höhernEhren gehoben worden ist. Wenn beide, oder ihre irdischen Ver-ehrer in der Schweiz, Geldes genug besässen, beide wären, ohneZweifel, Heilige des ersten Ranges geworden.
Hier vielleicht wäre der Ort, von berühmten Männern desWallis ein Wörtchen einzuschalten; aber auch sogar für ein Wört-chen sind derselben zu wenig. Was würd'es helfen, einen KardinalMatthias Schinner, Bischof von Sion. zu nennen, derseiner Zeit that, was viele Kardinälenach ihm und vor ihm, in-dem er, voll schlauer Ränke, im Namen, aber nicht aus Auf-trag, Gottes, Könige und Völker zum Blutvergießen gegen ein-ander aufwiegelte. Wer, außer alten Geschichtforschern kennt ihnnoch oder mögte seine Bekanntschaft machen? Bekannter selbst,als er, ist manchen der heutigen Zeitgenossen wenigstens ausöffentlichen Blättern, der General Rotten, jener tapfre Waffen-