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menschlicher Gestalt aus jungen Baumstämmen, mit Rebreisernund Wurzeln zusammen, und verzierte den Obertheil derselbenmit Hahnen- und Kapaunenfedern. Nachts stellte man den Popanzan einen Baum oder Hag. Morgens versammelte sich bald herumneugieriges Volk von Vorübergehenden, bis der Haufe zahlreichgenug war. Irgend jemand nahm die Figur dann und trug siezu einer Wiese, wo die Menschenmenge Raum hatte, sie imKreise zu umringen. Der Träger blieb bei der Matze stehn, limsie aufrecht zu halten; andre fragten, was sie begehre? oderwer ihr Leides gethan hätte? Der Träger schüttelte den Kopf,als wäre er stumm. Man wählte jemanden aus der Menge derAnwesenden, der im Namen Aller fragen mußte, und sich un-wissend über die Ursach stellte, weßwegen die Matze erschienensey. Er rieth auf diesen, auf jenen Herrn, der das Volk bedrücke,oder gegen das Vaterland handle, bis endlich der rechte Namengenannt ward. Dann nickte der stumme Träger plötzlich und machteFreudensprünge in der Luft. Nun ward berathschlagt, ob man derMatze Beistand leisten wolle, um die alten Uebungen und Rechtedes Landes zu schützen. Erklärte sich die Mehrheit der Stimmendafür, so ward der Tag zur Ausführung festgesetzt und der Rufging schnell durch alle Zehnten des Landes. Wer irgend unter denHerrn kein heiles Gewissen hatte, floh aus dem Lande, oder setztesich mit seinen Anhängern in Vertheidigungsftand, oder beschwich-tigte die Leute mit guten Worten, Versprechungen und Geldspenden.Gelang dies nicht: so zogen die Volkshaufen vor die Häuser derdurch die Matze Verklagten, erbrachen die Gebäude, plündertensie und verzehrten oder schleppten, als gute Prise, hinweg, wasan Wein und Lebensmitteln vorräthig war. Man kann sich vor-stellen, daß den Plünderern diese Art der Freiheit lieb und theuer war.
Doch, wie gesagt, die barbarische Sitte besteht nicht mehr.Die Walliser sind eins der frömmsten Völkchen geworden; steißig zurBeichte und Messe, zum Rosenkranz, zu Prozessionen u. s. w. FürPflege der Andacht fehlt es überall nicht an zahlreichen Festtagen,Klöstern, Kirchen, Kapellen, und Wallfahrtsorten oder Einsideleien.Einige der letztern sind wahrhaft romantisch, besonders die Einsiedeleivon Longeborgne, Sion gegenüber, am linken Rhoneufer,hoch am Berge, auf einem kleinen Absatz der Felsen. Man gelangtdahin nur auf steilem, im Zickzack laufendem Pfade, der an derBergwand, neben furchtbaren Tiefen, unter dem Brausen benach-barter Wasserfälle, zu nackten Klippen und kahlen Felsmauern empor-triecht. Es gehörte wohl die größte Verwegenheit der Andacht dazu,