Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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241
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lagern sich malerisch Wohnungen, Kirchen und Klöster des Städtchens;und aus jedem jener Felsgipfel, 4 und 500 Schuh hoch, schauenzerfallene Burgen und Tempel über die fruchtbaren Flächen desGrosthals, welches sich hier am breitesten ausftrekt. Ein Bergstrom,die Sionne, oder der Sittenbach, dem Gletscher desGeltenhornsentsprungen, fließt da vorüber, dem Bett der Rhone zu. Bald stehter wasserlos, bald schwillt er über seine Ufer hinweg und verödetdie Nachbarschaften; am gefährlichsten aber dann, wann zugleichdie ebenfalls angewachsene Rhone seine Gewässer gegen die Stadtzurückstauet. Dann wird das Land umher zum See, und Wellenrauschen durch die Gassen des untern Stadttheils, welche mit Berg-schutt und Sand überfüllt werden. Im Jahr 1778 lagerte der her-untergewälzte Schutt so hoch auf dem Straßenpflaster, daß er dasThor gegen Leuk vollkommen verschloß. Wer nach Ablauf des Wasserszum Thor hinauswollte, mußt sich gefallen lassen, auf dem Bauchhindurch zu schlüpfen. Das Hinwegräumen der angeschwemmten Grien-und Kieslager verursachte einen Aufwand von 150,000 Franken,ungerechnet den Schaden an Gebäuden, Gcräthen, Wein- und andernWaarenvorräthen.

Die beiden romantischen, mit Trümmern gekrönten, Anhöhenneben der Stadt heißen Tourbillon und Valeria. Auf jenerstand vorzeiten eine bischöfliche Burg ans dem dreizehnten Jahrhundert.Sie ward (erst am 24. Mai 1788) ein Raub der Flammen, alszugleich zwei drittel der Stadt von einer Fenersbrunst in Aschegelegt wurden. Binnen vier Stunden waren dreihundert Familienohne Obdach; 126 Wohnhäuser, nebst mehr denn hundert Scheurenund Ställe, Staub und Kohle. Auch auf dem hohen und langenFelsen von Valeria, der an drei Seiten senkrecht in die Tiefegeht, war vorzeiten eine Burg zu sehen, deren gothischer, vierekterThurm, ein Denkmal ihrer Stärke, den Jahrhunderten trotzte; undnur 40 Schritt westwärts, das Schloß Majoria, der Bischöfevon Sion alter Wohnsitz. Dies Alles, mit seinen alterthümlichenHerrlichkeiten ging an jenem Schreckenstage in den Gluten unter.

Mancher andere Unfall früherer nnd späterer Zeiten schmälerteaber besonders die Macht des Mächtigsten in diesem Hochlande derSchweiz, nämlich des Bischofs, der sich des heiligen Röm. ReichsFürst, Graf und Präfect des gesammten Landes hieß, und ehmahlsnicht nur geistliche, sondern auch weltliche Gerichtsbarkeit über alleVölkerschaften im Wallisgebirg ausübte. Indessen gilt auch heutnoch seine Stimme im allgemeinen Landrath des kleinen Bundes-staates soviel, als die Stimme jedes der dreizehn Centen oder

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