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der Natur durch Schmeichelei versöhnen, ihre Verwuftuugswerkemit immer schönern Gebäuden, Fruchtfeldern, Aulagen, Gemüse-und Blumengärten umkränzt.
In Erwähnung des St. Bernhardsberges mögt'ich diezahlreichen Schilderungen desselben hier nicht vermehren. Man kenntdie Schrecken dieses rauhen Weges, im Winter durch tödlichenFrost, im Frühling durch Herabfturz der Schueelauinen, im Sommerdurch Gewitterftürme, verführerische Nebel und plötzliche Schneegestöbergefährdet. Man kennt die menschenfreundliche Stiftung des Hospizesauf der Höhe des Uebergangs, 7680 Fuß über dem Meere, wo inallen Jahrszeiten 8 —-12 Augustinermönche Wohnung haben, umReisende, und wären es ihrer 2 — 300 zugleich, gastfreundlich zuverpflegen; oder mit Hülfe ihrer klugen Bernhardshunde Verun-glückte zu retten; kennt das Tvdesthal im wüsten Chaos zusammen-gefallener Berge, wo die Todtenkapelle eine Leichenherberge dervon Frost und Schnee getödteten Wanderer ist. Von jener Kapellean, bis zum kleinen See jenseits dem Kloster, predigt hier wievielleicht an keinem andern Ort, Kunst und Natur, zwischen Eisund Himmel, nackten, starren Klippen und jenem Kirchlein, welchesdas Mausoleum des Feldherrn Desair aus weißem Marmor bewahrt,alles nur Tod, Entseelung der Natur, Untergang.
Ob vor 2000 Jahren schon Hannibal mit seinem Heer sichüber dies Gebirg nach Italien Bahn gebrochen habe, wird wohl einRäthsel für Alterthümler bleiben; aber in frischer Erinnerung ist,wie in neuerer Zeit ein neuer Hannibal seine Tapfern zur EroberungItaliens hinüber geführt hat. Mehr denn 150,000 Mann desfranzösischen Heers unter Napoleon überstiegen nach einander, binnendrei Jahren, den Berg. Als Cäsar Berthier (im Anfang No-vembers 1810) mit seinen Heerhaufen, die er dem Kaiser Napoleonzuführte, über den Bernhard zog, ward die Kälte so furchtbar,daß einer Menge der Krieger Hände, Ohren, Nase und Füße erfroren.
L. öion oder Kitten.
Die Hauptstadt des kleinen wallisischen Bundesstaates, nichtunzierlich gebaut, doch kaum von drittehalbtausend Seelen be-völkert, liegt am Fuß des Gebirgs, hinter welchem das zehntausendSchuh hohe Wildhorn die beschneiten Zinken verbirgt. Um zweiFelsenhöhen voller Klippen, aus den Wiesen der Ebne hervorfteigend,