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XIV
Kanton Wallis.
1. Die Brücke von 5ck. Maurice.
Eins der merkwürdigsten Thaler, nicht der Schweiz, sonderndes gesammten Europa's, steigt in einer Strecke von 36 Stunden,selten oder nie eine Wegstunde breit, vom obern Theil des Genfer-sees bis zu den Rhonegletschern, an der Furca empor. Zur Rechtenund Linken ist es von den allerhöchsten Gebirgen des Welttheilsumfangen, zwischen welchen sich, von den Alpenhöhen herab, sechs-zehn Seitenthaler niedersenken und ausmünden. Im Hintergrunde,ostwärts, wird es vom St. Gotthard und dessen Nebenbergenverrammelt. Durch die Tiefe wälzt, zwischen Felshügeln und ver-heerten Ufern, der Rhonestrom seine weißgrauen Wellen, mit Stein-schutt. Einzelne hohe Schuttkegel und Felsenhügel erheben sich, zumTheil schon wieder vom Strom zerfressen, im Thalboden, als Ueber-bleibsel furchtbarer Überschwemmungen und Erdbeben. Die Menschenhaben sich mit ihren Städten, Dörfern und Weilern dicht an denerhabnen Rand der Berge zurückgezogen, oder auf deren Höhen.Mehr, als ein halbes Hundert alter Burgen und Schlösser hängtan und auf schroffen Felsen umher, grau und schwarz wie sie, meistensin Trümmern. Alles stellt eine ungeheure landschaftliche Ruine dar.Aber die Natur hat diese Ruine freundlich in Wiesen und Wäldergehüllt und in eine Mannigfaltigkeit von Pflanzen, deren schonAlbrecht Hall er 3466 Arten zählte. Hier blüht die reichste Florader Schweiz nordwärts der Alpenkette. Zwischen den Klippen vonSion wuchert der Granatbaum hervor, und weit jenseits droben,über die Lärchtannen der Alpen hinaus, wandelt man unter denGesträuchen und Blumen Islands.