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mit einer Mannigfaltigkeit des Pflanzenreichthums bekleidet, wieihn kein andrer Schweizerberg darbietet. Während drunten die ellen-lange Traube Paläftina's reift und der Feigenbaum wild zwischendem Gestein mit seinem breiten Laube hervorquillt, begegnet manin den Kastanienwäldern aufsteigend, höher in den Buchen-, dannin den Tannenwäldern, endlich in den hohen Alpenwiesen, Kräuterin Fülle, die in der übrigen Schweiz selten, oder nirgends erblicktwerden; droben die zarte Alpencrepis, die wermnth- und reinfarn-blättrige Achillee, das dreilappige Laserkraut neben dem blendendenBlau der kleinen Gentianen und den fröhlichen Rhododendern. Hie-her wallfahrten vor Allen die italienischen Botaniker.
Wir zweifeln nicht, der prächtige Gionnero würde binnenwenigen Jahren die Eifersucht des Rigi erregen, wenn die Tessi-nesen jene Aufmerksamkeit und gewerblustige Berechnungskunst derdeutschen Schweizer besässen, die für Schirm, Bequemlichkeit undgesellige Freuden der Lustreisenden, selbst rauhere und höhere Bergemit wirthlichen Gebäuden versehen. An Merkwürdigkeiten und Selt-samkeiten der Natur und Kunst ist die nächste Umgebung desGionnero überreich. Ich dürfte nur das sich an ihm hinaufziehendeAlpenthal Val Mara, oder Muggiothal nennen, dessen blumen-reiche Abgründe keinen andern Thalboden, als die Wellen eineskleinen Baches, haben, von dem sich die Berghalden sogleich linksund rechts, wie ein aufgeschlagenes Buch, aus einander legen.Tiefer abwärts in diesem Thal sah man im Dorfe Monte, vorwenigen Jahren noch, neben dem ärmlichen Pfarrhause, einenjener gigantischen Bäume, dergleichen auf dem Aetna einer berühmtward, weil in dessen Schatten hundert Reiter Raum fänden. DerNußbaum von Monte weicht dem Kastanienbaum des Aetnanicht an Majestät. Seine Zweige breiten sich über einen halben MorgenLandes aus. Eine Viertelstunde von da abwärts liegt das DörfleinBruzella; merkwürdig durch seine treppenförmige Lage am Berge,und daß, auf dem geschlängelten Wege an der steilen Halde desGebirgs, es eine volle Stunde Zeit kostet, jene Viertelstunde bisMonte zurückzulegen.
Was könnte diese reizende Landschaft, die man kaum besuchtund kennt, die an Fruchtbarkeit jede andre des Tessins übertrifft,aber an Wohlstand weit von Lugano und dessen Umgegenden über-troffen wird, — was könnte sie, unter den Händen eines bildungs-vollern Volks, bei höhcrm Gewerbsfleiß desselben, im Schirm dergegenwärtigen Verfassung des Staats werden! Aber Licht undWärme der nämlichen Sonne rufen nicht überall auf dem Erdboden